Schöne Bastelei über die Jahreswende: „Langenschwalbacher“ vor dem Stellwerk „Engers Nord“

Mit dem „Langenschwalbacher“ in den Westerwald

Bastelspaß an den Feiertagen: Neuwieder Stadtgeschichte

Es war im Jahr 1884, als erstmals ein Zug von Neuwied, oder genau gesagt von Engers aus, hoch in den Westerwald fuhr. Nächstes Jahr also kann diese Pionier-Fahrt ihr „125-Jähriges“ feiern. Für die damalige Zeit war dies in der Tat ein bahnbrechendes Ereignis, wurde doch mit der Eröffnung der landschaftlich reizvollen Strecke durch das Brexbachtal endlich auch der untere Westerwald vom Rheintal aus durch den Schienenstrang erschlossen. Und der Bahnhof Engers mit seinen umfangreichen Betriebseinrichtungen und Anlagen konnte sich zu einem Knotenpunkt des regionalen Eisenbahnverkehrs entwickeln. Für Jürgen Moritz, Konstrukteur der überaus beliebten Serie „Stadtgeschichte zum Ausschneiden“ auf der Homepage der Stadt Neuwied, lag es daher nahe, mit weiteren Bastel-Modellen, sozusagen als Weihnachts-Neuheit, an jenes historische Ereignis zu erinnern.

So präsentiert die Stadt Neuwied nach dem stattlichen Ringlokschuppen auf ihrer Internetseite nun das zweite historische Gebäude des Engerser Bahnhofs: das Stellwerk „Engers-Nord“, das bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts unmittelbar nach der Bahnhofsausfahrt alle Reisenden Richtung Köln grüßte. Das Bauwerk ist so konstruiert, dass ein geschickte Bastler mit wenig Aufwand das längst verschwundene Gebäude des Bahnhofes wieder entstehen lassen kann.

Aber auch die zweite „Weihnachts-Neuheit“ hat natürlich einen Bezug zur „Brex“. Denn jahrzehntelang prägten Waggons der Bauart „Langenschwalbach“ den Personenverkehr auf der Strecke in den Westerwald. Erste Modelle der vierachsigen Waggons fuhren schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts zwischen Wiesbaden und Langenschwalbach - daher auch der Name. Wegen des Fahrkomforts waren sie auch im Westerwald beliebter als die zweiachsigen „Donnerbüchsen“, die sonst das Bild der Personenzüge prägten.

Fast drei Jahrzehnte wurden die alten Preußen gebaut, und jede Bauserie sah ein wenig anders aus. Jürgen Moritz hat sich den Waggontyp aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als Vorbild ausgewählt, von dem es bis heute in der Baugröße HO noch kein Großserienmodell gibt. Für versierte Bastler sollte es kein Problem sein, den Wagenkasten auf ein vorhandenes Großserienfahrgestell aufzusetzen, um so zu einem Fahrzeug zu gelangen, das dann gewissermaßen ein „Unikat“ wäre.

Abgerundet wird das „Neuheiten-Paket“ der „Stadtgeschichte zum Ausschneiden“, deren Modelle übrigens in langjähriger Konstruktionsarbeit entstehen, durch Schlackewagen, wie sie bis zum Ende der Lokunterhaltung im ehemaligen Eisenbahnbetriebswerk Engers zu finden waren.