Als die Welt noch klein war (22. November 2008 bis 1. März 2009)

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Puppenstuben und Kaufläden vom Biedermeier bis heute

Sie faszinieren seit Jahrhunderten Generationen von Kindern und sind ein Spiegel des jeweils herrschenden Zeitgeistes. Fast jeder hat schon einmal mit einer Puppenstube oder einem Kaufladen gespielt. Viele von ihnen verbrannten während des Krieges auf den Speichern, landeten auf dem Müllplatz, einige aber auch in privaten Sammlungen und Museen.

Annähernd 100 Puppenstuben und Kaufläden werden vom 22. November 2008 bis 18. Januar 2009 in der StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche präsentiert. Einige dieser Exponate sind selbst gebaut, andere stammen von bekannten Herstellern wie den Firmen Moritz Gottschalk, Paul Leonhardt, Christian Hacker, Bodo Hennig, Modella und Playmobil.

Die Ausstellung präsentiert in Glasvitrinen Puppenstuben und Kaufläden vom Biedermeier bis heute. In Mobiliar und Ausstattung dieser „kleinen Welten“ entdeckt der Betrachter immer wieder Typisches der jeweiligen Epoche.

Die schlichten Biedermeiermöbel, die sogenannten „Boulle“-Möbel mit Goldverzierungen im Stil des Neurokoko, die mit historisierenden Elementen verschnörkelten Möbel der Gründerzeit aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts repräsentieren den Wohn- und Einrichtungsstil ihrer Zeit.. Eine neue Optik bringt um die Jahrhundertwende der Jugendstil mit seiner weichen Linienführung und den floralen Ornamenten.

Nach dem 2.Weltkrieg zieht auch in die Puppenstuben das Wirtschaftwunder ein. Moderne Formschönheit und helle Farben dominieren in den Exponaten der 50er- und 60er-Jahre. Wohnwände, Sitzlandschaften, bunte, kräftige Farben und großgemusterte Tapeten und Vorhänge bestimmen das Bild in den Stuben der 70er-Jahre.

Da Puppenstuben und Kaufläden oft von einer Generation zur nächsten weitergereicht wurden, findet man in den Puppenstuben häufig auch eine Mischung verschiedener Stile.

Denn Puppenstuben und Kaufläden waren traditionell Spielsachen, die am Weihnachtsabend unter dem Tannenbaum standen, um dann Anfang Januar gut verpackt wieder auf dem Dachboden ihren Platz zu finden. Im nächsten Jahr standen sie dann wieder im Weihnachtszimmer, häufig neu tapeziert, mit neuen Möbeln und den neusten Errungenschaften der Technik ausstaffiert.

Es lässt sich nicht nur die Entwicklung der verschiedenen Wohnstile in den Puppenstuben erkennen. Sie dokumentieren ebenso den technischen Fortschritt. Werden die Biedermeierzimmer noch mit Kerzen erleuchtet, so gibt es im Puppenhaus von 1900 schon elektrischen Strom. Auch Telefon, Volksempfänger und Fernseher halten Einzug  in die kleinen Stuben. In den modernen Einbauküchen werden elektrische Helfer unverzichtbar. Ganz deutlich wird der Wandel der Zeit auch an den in der Ausstellung gezeigten Kaufläden - vom Tante-Emma-Laden bis zum Supermarkt.

Die Ausstellung ist eine Einladung zu einer interessanten Reise durch die verschiedenen Epochen, bei der sicher auch viele Kindheitserinnerungen wach werden.

 

Die Ausstellung „Als die Welt noch klein war - Puppenstuben und Kaufläden vom Biedermeier bis heute“ ist vom 22. November bis zum 18. Januar in der StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche, Schlossstraße 2, 56564 Neuwied, zu sehen.

Öffnungszeiten: Dienstag von 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 12 bis 17 Uhr, Donnerstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag/Feiertag 11 bis 17 Uhr. Infos und Gruppenanmeldungen unter 02631/20687, Email: info@galerie-neuwied.de, Internet www.neuwied.de.