Künstlerpaare: K.O. Götz und Rissa

K.O. Götz und Rissa - Portrait
Rissa: Wüstentochter
Rissa: Dein makelloser Hals
K.O. Götz: Tapil
K.O. Götz: Dolbee

Gemeinschaftsausstellung des Roentgen-Museums und der StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche Neuwied

K. O. Götz und Rissa - Gemälde
Roentgen-Museum Neuwied

K. O. Götz und Rissa - Arbeiten auf Papier
StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche Neuwied

5. Juli bis 13. September 2009

Erstmals werden in einer umfangreichen Ausstellung an zwei Standorten in Neuwied Gemälde sowie Arbeiten auf Papier des international bekannten Künstlerehepaares K. O. Götz und Rissa gemeinsam präsentiert. In Zusammenarbeit mit der K. O. Götz und Rissa-Stiftung haben das Roentgen-Museum und die Städtische Galerie Mennonitenkirche anlässlich des 95. Geburtstages von K. O. Götz herausragende Leihgaben aus dem Privatbesitz des Künstlerpaares und aus weiteren bedeutenden Privatsammlungen zusammengetragen.

Karl Otto Götz, einer der bedeutendsten bildenden Künstler in Deutschland, wurde 1914 in Aachen geboren und studierte an der dortigen Kunstgewerbeschule sowie später an der Dresdner Kunstakademie. Schon 1933 fertigte er erste abstrakte Arbeiten und experimentierte mit Film und Fotografie. Trotz Mal- und Ausstellungsverbot unter den Nationalsozialisten entstanden heimlich zahlreiche Werke.

1948-53 gab Götz die Zeitschrift für experimentelle Kunst und Poesie Meta heraus. Als einziger Deutscher war er 1949-51 Mitglied der in Paris gegründeten, kunsthistorisch bedeutenden Künstlergruppe COBRA und nahm an deren Ausstellungen in Amsterdam, Brüssel und Lüttich teil. Mit drei weiteren Künstlern, unter ihnen Bernard Schultze, gründete er die Künstlergruppe Quadriga, die als „Keimzelle des Deutschen Informel“ gilt. K. O. Götz nahm an der documenta II in Kassel sowie an der Biennale in Venedig teil. Seine Werke werden auch weiterhin bis auf den heutigen Tag in internationalen Ausstellungen gezeigt, z. B. zur Zeit in den Ausstellungen „Kunst und Kalter Krieg - Positionen deutscher Kunst von 1945-1989“ in Los Angeles, Nürnberg und Berlin und „60 Jahre - 60 Werke“ in Berlin. Außerdem sind seine Arbeiten in namhaften in- und ausländischen Museen vertreten.

K. O. Götz erhielt zahlreiche Ehrungen und Ehrenzeichen, wie den Verdienstorden von Nordrhein-Westfalen und den Staatspreis von Rheinland-Pfalz, den Ehrenring von Aachen und die Ehrenmitgliedschaften der Kunstakademien von Düsseldorf und Münster sowie 2007 den Verdienstorden erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Von 1959-79 lehrte er als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen Schülern zählten renommierte Künstler wie Gotthard Graubner, Sigmar Polke, Gerhard Richter, HA Schult sowie auch seine spätere Ehefrau Rissa, die er „in großer Freiheit anhielt, eigene künstlerische Entwicklungen oder Konzeptionen anzustreben und zu betreiben“.

Die Künstlerin Rissa, 1938 als Karin Martin in Rabenstein bei Chemnitz geboren, verließ mit ihrer Familie 1953 die DDR und studierte 1959-65 an der Kunstakademie Düsseldorf bei K. O. Götz. 1964 legte sie sich den von dem norwegischen Ort Rissa abgeleiteten Künstlernamen zu, und ein Jahr später heiratete sie ihren Lehrer. 1969 erhielt sie eine Dozentur an der Düsseldorfer Kunstakademie, 1975 die Professur.     Mit Bernd Finkeldei, Norbert Tadeusz sowie weiteren Künstlern gründete sie 1977 die Malergruppe Axiom und verfasste deren Manifest. 1988 wurde sie Gleichstellungsbeauftragte und ab 2000 Pro-Rektorin an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2009 ist sie Mitglied des Kunsthochschulbeirates des Landes Nordrhein-Westfalen.

Rissa beteiligt sich seit 1966 an zahlreichen Gruppenausstellungen und führt  Einzelausstellungen vorwiegend in Museen durch. Wie auch bei K.O. Götz befinden sich ihre Werke in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen. 1997 gründeten beide die K. O. Götz und Rissa-Stiftung in ihrem Wohnort Niederbreitbach-Wolfenacker im Westerwald.

Die Ausstellungen in Neuwied zeigen insgesamt 80 Werke von K. O. Götz und Rissa, Gemälde und Arbeiten auf Papier, die einen bemerkenswerten Einblick in das umfangreiche Werk des Künstlerpaares aus den letzten Jahrzehnten geben. Diese  einmalige Präsentation findet erstmals öffentlich statt. Die nichtgegenständlich-informellen Arbeiten des K. O. Götz werden in beiden Ausstellungen abwechselnd den gegenständlich-konstruktiven, mit mehr oder weniger informellen Gesten versehenen Arbeiten Rissas gegenübergestellt. Der Betrachter kann nun unmittelbar die eigenwilligen, spannungsvollen, formalen Unterschiede, aber auch die überraschenden formalen Gemeinsamkeiten beider künstlerischer Konzeptionen wahrnehmen und beurteilen.

Die beiden Künstlerpersönlichkeiten vertreten die Position, dass nur die dauernde formale Erneuerung in der Malerei eine hohe Qualität innerhalb dieser Kunstrichtung gewährleisten kann.

Ausstellungsorte

Roentgen-Museum Neuwied
Raiffeisenplatz 1a (Nähe Bahnhof), 56564 Neuwied
Tel.: 02631/803 379, Fax: 02631/803 93 606
www.roentgen-museum-neuwied.de

StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche Neuwied
Schlossstr. 2, 56564 Neuwied
Tel.: 02631/20687, Fax: 02631/344370
www.neuwied.de

Öffnungszeiten für beide Ausstellungsorte
Di. bis Fr. 12-17 Uhr, Sa. 14-17 Uhr, So. 11-17 Uhr
www.goetz-rissa.de