Weit mehr als andere Phänomene hat die Reform der Kirche die Welt des 11. und 12. Jahrhunderts umgestaltet. Zahlreiche Frauen zog es in die neuen Orden. In Rommersdorf wurde ein separates Kloster für Frauen eingerichtet - der Hof Wülfersberg wurde 1162 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche und das Kloster waren dem Hl. Petrus geweiht. In der ältesten erhaltenen Wülfersberger Urkunde aus dem ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts handelte noch der Rommersdorfer Abt für das Kloster, aber die Schwestern wirkten schon mit.Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Frauenkloster nach fast 400 Jahren im Jahre 1521 faktisch aufgelöst. Rommersdorf ließ Wülfersberg als Rechtssubjekt und Vermögenseinheit jedoch vorläufig weiter bestehen.


Die Kirche des ehemaligen Klosters stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Während des Dreißigjährigen Krieges schwer beschädigt und in den Folgejahren verfallen, wurde sie 1655 grundlegend restauriert. Nach der Säkularisierung der Abtei Rommersdorf bat die Gemeinde Gladbach die nassauische Regierung um Abbruchgenehmigung für die Kirche, um mit den Steinen die zu klein gewordene Kapelle in Gladbach zu erweitern. Dieses Gesuch wurde abgelehnt. Unter wechselnden Besitzern blieb sie Bestandteil des Hofes Wülfersberg. Allen Inventars beraubt, wurde sie zeitweise als Unterstand fürs Vieh benutzt. Erst nachdem die Stadt Neuwied das Gelände mit der Kirche zur Errichtung eines Rückhaltebeckens erworben hatte, ermöglichte sie ihre eine vollständige Wiederherstellung. Jetzt finden hier auch wieder Gottesdienste statt.

Die Wülfersberg-Kapelle
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