08.08.2007 08:22 Alter: 13 yrs

Kartäuser-Nelke - eine Götterblume liebt die Felsen

Teil VIII unserer Serie "Raritäten in der Neuwieder Natur" In seiner "Flora von Neuwied und Umgebung" aus dem Jahr 1866 beschreibt Wilhelm Neinhaus, Lehrer an der höheren Schule zu Neuwied, drei in seiner Heimatstadt wild vorkommende Nelkenarten: zum einen die zierliche Büschel-Nelke, die besonders in der Nähe des Hahnhofs zu finden sei, die sprossende Nelke, die man bei Rommersdorf entdecken könne, und die Kartäuser-Nelke, von der es Vorkommen bei Fahr gebe.

Kommt in Neuwied nur vereinzelt an trockenen Standorten vor: die Kartäuser-Nelke.

Am seltensten wird vermutlich letztere gewesen sein, die wir auch heute nur an wenigen Stellen im Stadtgebiet wildwachsend finden und mit der sich Jürgen Moritz als Autor im achten Teil unserer kleinen Serie über "Raritäten in der Neuwieder Natur" befasst. 

Der Name der Pflanze wird oft mit dem Kartäuser Orden in Verbindung gebracht, wobei es aber auch Autoren gibt, die ihn auf die Gebrüder Karthäuser, Zeitgenossen des großen Botanikers Carl von Linne im 18. Jahrhundert, zurückführen. Sei`s drum: Die Kartäuser-Nelke ist eine hübsche Pflanze, die nur vereinzelt auf  Felsen oder an trockenen Standorten im Stadtgebiet zu finden ist. Sie ist eine typische Falterblume und hält ihren Nektar für langrüsselige Insekten bereit. Der Blütenansatz wird von einem derben Kelch umschlungen und versperrt so den Weg für "sechsbeinige Einbrecher", wie wir sie zum Beispiel von der Akelei her kennen. Von Juni bis Oktober können wir uns an den roten Blüten der mehrjährige Pflanze erfreuen.

"Nägelin" nannte der Arzt und Naturforscher Lonicerus, der eigentlich Adam Lonitzer hieß, die Nelken in seinen botanischen Schriften aus dem 16. Jahrhundert. Und gelegentlich wird die Nelke vermutlich ob ihres Wohlgeruches auch als Götterblume bezeichnet. Übrigens nicht zu verwechseln mit der Götterblume, die wir aus der Staudengärtnerei kennen und die aus Nordamerika stammt...