05.09.2007 08:42 Alter: 13 yrs

Ein kleines Sternchen auf der Wiese

Teil IX unserer Serie "Raritäten in der Neuwieder Natur" In der neunten Folge unseres Spazierganges durch die Natur der Stadt Neuwied und ihrer Umgebung lädt der Autor Jürgen Moritz noch einmal zu einer kleinen Zeitreise ein in jene Wochen, die ohne Zweifel die üppigste Blütenpracht hervorbringen: in den Frühling. Dor treffen wir auf ein Pflänzchen, das, was seine Größe anbelangt, eher zu den Kleinen und Unscheinbaren gehört und daher auch von Naturfreunden oft übersehen wird: der Waldgelb- oder auch Waldgoldstern, den wir am Rand von Hecken, in Streuobstwiesen oder anderen, meist etwas feuchteren und schattigen Plätzen finden.

Kleines Sternchen, das man auch in der Neuwieder Natur entdecken kann: der Waldgelbstern.

Der aufmerksame Wanderer, der im zeitigen Frühjahr am Rheinufer unterwegs ist, kann das kleine Liliengewächs hie und da gut versteckt zwischen den Blüten des Scharbockskrautes, des gelben Windröschens oder in der Gesellschaft mit den weißen Blüten des Doldigen Milchsternes entdecken. Gagea lutea, so sein botanischer Name, wird vom Lehrer und Botaniker Adolf Neinhaus in den 1860er-Jahren in unserer Region als eher selten vorkommend beschrieben. Das mehrjährige Pflänzchen wächst aus einer kleinen Zwiebel, seine Samen werden durch den Wind oder von Ameisen verbreitet, da ihnen ein für die kleinen Krabbler offensichtlich schmackhaftes ölhaltiges Anhängsel anhaftet.

Während der Blütezeit des Gelbsternes können bis zu sieben Blüten in einer doldigen Anordnung um seinen Blütenstengel stehen. Dort, wo das zierliche Pflänzchen in größeren Beständen vorkommt, überziehen seine leuchtenden Blüten alte Obstwiesen im Frühjahr oft wie ein gelb gepunkteter Teppich.  Unter anderem mit Acker- und Wiesengoldstern  hat unsere kleine Pflanze noch weitere wilde Verwandte in unserem Land. Am seltensten dürfte allerdings der Felsengelbstern sein, den man im schönen Moseltal finden kann.