21.02.2008 16:05 Alter: 13 yrs

Die "Rose", die im Schnee erblüht

Von: Pressebüro Neuwied

Fortsetzung der Serie "Raritäten in der Neuwieder Natur" Vergangenes Jahr hat Jürgen Moritz, Beigeordneter der Stadt Neuwied, der sich in der Freizeit viel mit der heimischen Pflanzenwelt beschäftigt, in loser Folge botanische Raritäten unserer Region vorgestellt. Womit er bei vielen Naturfreunden offenbar auf großes Interesse gestoßen ist, wie die erfreuliche Resonanz zeigt. Daher will er in diesem Jahr die Serie fortsetzen und gelegentlich auch mal über den Zaun in manche Hausgärten blicken, um botanische Kostbarkeiten in den Fokus zu rücken, die zwar bei uns nicht wild wachsend zu finden sind, aber durchaus als Raritäten in unseren Gärten.

Die Christrose - eine Rarität, die schon früh im Jahr ihre Blütenpracht entfaltet.

Als erste dieser Kostbarkeiten hat Jürgen Moritz eine Pflanze ausgesucht, an der wir uns schon sehr zeitig im Jahr erfreuen können, wenn meist noch frostige Temperaturen unsere Sehnsucht nach Sonne und Wärme wecken. "Helleborus niger", die Schnee- oder Christrose, öffnet dann ihre schmucken Blütenkelche, gewissermaßen als Vorbote des ersehnten Frühlings. Mit den duftenden Rosen des Sommers hat sie außer ihrem Namensbestandteil allerdings nichts gemein. Aber immerhin hat ihre Blütenpracht sogar den großen Komponisten Robert Stolz animiert, ihr ein Lied zu widmen.

Wild wachsend findet man die geschützte Pflanze in Deutschland nur in Bayern, aber schon vor Jahrhunderten hat sie den Einzug in unsere Hausgärten geschafft. Im Halbschatten auf kalkhaltigem Boden können sich prachtvolle Exemplare der schönen Blume entwickeln. Im Umgang mit ihr sollte man jedoch ein wenig vorsichtig sein, denn sie ist, wie manches aus dem Pflanzenreich, das schön anzuschauen ist, giftig!

Übrigens wächst eine nicht geschützte Verwandte der Schneerose gleichwohl in unserer Region: die Stinkende Nieswurz, eine hübsche Pflanze, die ihren "anrüchigen" Namen lediglich dem unangenehmen Geruch ihrer Blätter zu verdanken hat. Und zumindest in früheren Zeiten soll es in Form der ebenfalls geschützten Grünen Nieswurz eine weitere Verwandte im Wiedtal gegeben haben.