Güterschuppen Engers

„Blick auf die Güterabfertigung des Engerser Bahnhofes vor sechs Jahrzehnten“: So könnte man das Foto beschreiben. Bis auf die Fahrzeugmodelle, die jedoch ebenfalls alle in Details verändert wurden, sind alle abgebildeten Modelle aus einfachem Zeichenkarton zusammengebaut. In der Güterabfertigung hatten übrigens der Vorsteher des Güterbahnhofes und der Lademeister ebenfalls ihre Büros.

Das fertige Gebäude ist über einen halben Meter lang. Es handelt sich um den ehemaligen Engerser Güterschuppen, der mit der Wirtschaftsgeschichte der Region eng verbunden ist. Dieser Schuppen war das Kernstück des Güterbahnhofes, der einst zu den bedeutendsten am Mittelrhein gehörte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dort alljährlich hunderttausende von Tonnen an Gütern umgeschlagen. Rohstoffe für die Bendorfer Hüttenbetriebe und Gießereien, Fertigprodukte, die in diesen Betrieben hergestellt wurden, Bimssteine aus den vielen heimischen Bimsfabriken und Tonprodukte des Kannenbäckerlandes bildeten dabei den Schwerpunkt.

Gebaut wurde das Original des Schuppens in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Seine Konstruktionszeichnungen entstanden 1892 im damaligen Eisenbahnbetriebsamt Neuwied in der Hermannstraße, dort, wo heute die Maximilian-zu-Wied-IGS ihre Heimat hat. Bei der Konstruktion des Modells hatte Jürgen Moritz Glück, er konnte auf die Originalzeichnung zurückgreifen, die er vor Jahren antiquarisch erworben hatte. Dennoch hat es fast drei Jahre und unzählige Freizeitstunden gedauert, bis das Modell endlich fertig war. Und da zu einem Güterschuppen auch ein entsprechender Güterwaggon gehört, wurde das Modell eines „Gedeckten Güterwagens“ im passenden Maßstab gleich mitkonstruiert.