21. November 2014 bis 1. März 2015

"Auf Engelsflügeln"

Engel und Engelsbilder im Wandel der Zeit

An Angel Playing a Flageolet, 1878, Sir Edward Coley Burne-Jones/ (c) Sudley House, National Museums Liverpool / Bridgeman Images

Engel - ein Begriff, der viel Raum für eigene Interpretationen lässt und zugleich bei einer großen Anzahl an Menschen positive Gefühle wie Geborgenheit und Sicherheit auslöst. In der Religion werden sie meist mit Flügeln als Boten Gottes dargestellt. Doch auch Wesen aus Fleisch und Blut können in unserer Gesellschaft Engel sein, zum Beispiel wenn sie harmlos und unschuldig wirken oder helfende und rettende Menschen sind. Die Ausstellung in der StadtGalerie Neuwied zeigt vom 21. November bis zum 1. März mit eindrucksvollen Beispielen die Entwicklung der Engelsdarstellungen in unterschiedlichen Zeitepochen.

Waren die Engel in der byzantinischen Kunst noch männlich, kämpferisch und unnahbar, fand in der Gotik die langsame Verweiblichung des Engelbildes statt. Im Barock hingegen wurden liebliche Engel in Kindergestalten verkörpert und ab dem 19. Jahrhundert waren sie gemütvollere Schutzengelabbildungen. Diese veränderte Wahrnehmung zeigen die Exponate im Deichzimmer, dessen besonderes Glanzlicht die Reproduktion des Portinari Altars von Hugo van der Goes ist, ein Meister der altniederländischen Tafelmalerei.

Der einstige Kirchraum der StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche aus dem Jahre 1768 widmet sich ganz dem Thema „Engelsmusik“. Entsprechende Lieder, bildliche Darstellungen von musizierenden Engeln und zahlreiche Bücher laden zum Stöbern ein. Überragt wird dieser Teil der Ausstellung durch ein riesiges Himmelsgemälde, das die Künstlerin Sabine Latzke installieren wird und das an die Barockzeit erinnert. Darüber hinaus haben sich viele zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler auf ihre eigene Art und Weise mit unterschiedlichen Materialien dem Thema der Ausstellung genähert. Zu sehen sind Werke unter anderem von Thomas Baumgärtel, Genia Chef, Peter Gaymann, Schwester Georgia, Marion Grimm-Kirchner und Originale aus der Sammlung der Dieter Berninger Stiftung. Und auch der Balkon der StadtGalerie wird zur Ausstellungsfläche für Skulpturen aus Holz, Metall, Bronze und Stein.

Petra Maria Wewering wird mit einer großen Lichtinstallation dem Wesen der Engel nachspüren und damit ihre esoterische Seite aufzeigen. Fotografien vom Altar der Matthiaskirche, Kirchenfenstern und Grabsteinen zeigen den Umgang und die Umsetzung mit der Engelsdarstellung in Neuwied.
Skurril und teilweise absonderlich ist der letzte Part der Ausstellung „Auf Engelsflügeln“, der die Vermarktung des Engelsbildes in Wirtschaft und Werbung thematisiert und von kitschigen Glanzbildern über Werbetafeln bis hin zu vielfältigen Schutzengeln reicht.

„Auf Engelsflügeln“ nimmt die Besucher der StadtGalerie Neuwied in der ehemaligen Mennonitenkirche aus dem Jahre 1768 vom 21. November bis zum 1. März mit auf eine Reise durch die Zeit mit verschiedenen Ansichten und Interpretationsansätze zu Engeln und deren Darstellungen.