Mittwoch, 2. Februar: 20 Uhr

Platzspitzbaby

Gemeinsamer Vorschlag der Gleichstellungsbeauftragten und des "MinsKi-Teams"
- besonders wertvoll -

Der “Platzspitz” war ab Mitte der 1980er Jahre ein Park, unmittelbar hinter dem Züricher Hauptbahnhof, in dem wohl die größte offene Drogenszene existierte. Dort tummelten sich Drogensüchtige und Dealer – nicht nur aus der Schweiz, sondern aus ganz Europa. 1992 wurde der Park auf öffentlichen Druck geräumt, doch die Szene löste sich nicht auf, sondern verlagerte sich in den kurz zuvor stillgelegten Bahnhof Letten. Die Räumung dieses Areals drei Jahre später wurde von flankierenden Maßnahmen und der Rückführung der Drogenabhängigen in ihre Heimat- und Wohnorte begleitet. Hier setzt der Film des Regisseurs ein und erzählt auf beeindruckende Weise die Geschichte eines heranwachsenden Mädchens und ihrer drogenabhängigen Mutter, die gemeinsam von Zürich aufs Land ziehen, um neu anzufangen. Der Film zeichnet den Abnabelungsprozess des Mädchens im Dunstkreis der sich auflösenden Züricher Drogenszene nach.

Schweiz 2020 /Buch und Regie: Pierre Monnard 
Darsteller*in: Luna Mwezi, Sarah Spale, Anourk Petri, Jerry Hoffmann 

Ende ca. 22.00 Uhr
Frei ab 12 Jahren 


Mittwoch, 9. Februar: 20 Uhr

Schachnovelle

- besonders wertvoll -

Der in Wien lebende Notar Bartok versucht mit seiner Frau Anna den bevorstehenden Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland zu verdrängen. Nach seiner Verhaftung soll er die Zugangscodes zu Klöstern im Ausland preisgeben, die seine Kanzlei verwaltet. Um der psychischen Belastung der Gestapo-Methoden standzuhalten, lässt er sich auf eine Partie Schach mit Gestapomann F.-J. Böhm ein, obwohl er denkt, dies sei eigentlich ein Spiel für preußische Generale. Als ihm jedoch während der Einzelhaft ein Buch über verschiedene Schachpartien in die Hände fällt, ändert er seine Meinung und wird zu einem besessenen Spieler mit Figuren, die er aus Brot knetet. Dabei spaltet sich seine Persönlichkeit in einen weißen und schwarzen Spieler. Der Film basiert auf Stefan Zweigs Novelle, die bereits mehrfach verfilmt wurde. Philipp Stölzl hat daraus einen schauspielerisch überzeugenden Film geschaffen. 

Deutschland, 2019 / Buch: Eldar Grigorian-nach der Novelle von Stefan Zweig / Regie: Philipp Stölzl
Darsteller*in: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr, Andreas Lust, Rolf Lassgard, Samuel Finzi 

Ende ca. 21.40 Uhr
Frei ab 12 Jahren


Mittwoch, 16. Februar: 20 Uhr

Lieber Thomas

Andreas Kleinert widmet sich in seinem neuen Film dem in der jeder Hinsicht vielschichtigen, faszinierenden und ambivalenten Leben des Rebellen, Dichters und Filmemachers, der von 1945 bis 2001 lebte und der letztlich in seinem Künstlerleben weder in das System der ehemaligen DDR noch der BRD passte. Er wollte sich weder dort noch hier vereinnahmen lassen und setzte sich äußerst kritisch mit den Missständen der Systeme auseinander. Dem Regisseur ist neben einem faszinierenden Künstlerportrait auch ein aufschlussreicher Film über deutsche Verhältnisse gelungen. Albrecht Schuch spielt die Hauptrolle brillant. Sehr zum Besuch empfohlen. 

1,00 Aufschlag wegen Überlänge. 

Deutschland 2020 / Buch: Thomas Wendrich / Regie: Andreas Kleinert 
Darsteller*in: Albrecht Schuch, Jella Haase, Iona Jacob, Jörg Schütauff, Anja Schneider, Marlen Ulonkska, 

Ende ca. 22.10 Uhr
Frei ab 12 Jahren


Mittwoch, 23. Februar: 20 Uhr

Martin Eden

Regisseur Pietro Marcello verlegt den gleichnamigen berühmten Roman von Jack London aus dem Jahr 1909 in das italienische Neapel. Zum Inhalt: Am Hafen kommt der Seemann Martin Eden dem jungen Arturo bei einer Auseinandersetzung zur Hilfe. Als Dank erhält er eine Einladung in das Haus von dessen wohlhabender Familie. Dort trifft er auf Arturos Schwester Elena und ist sofort nicht nur von ihrer Anmut, sondern auch von ihrer Bildung fasziniert. Damit er um ihre Hand anhalten kann, muss sich Eden zuerst einen entsprechenden sozialen Status erarbeiten und entscheidet sich für eine Karriere als Schriftsteller. Doch der Weg zum Erfolg fordert Opfer und Edens Hinwendung zum Sozialismus macht es nicht einfacher, die Beziehung mit der bourgeoisen Elena aufrechtzuerhalten. Dem Film gelingt ein ausdrucksstarkes Bild der europäischen Klassengesellschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein sehenswerter Film.  

1,00 € Aufschlag wegen Überlänge 

Italien/Frankreich, 2019 / Buch: Pietro Marcello und Maurico Braucci / Regie: Pietro Marcello
Darsteller*in: Luca Marinelli, Jessica Cressy, Denise Sardisco, Vincenzo Nemolato, Carmen Pomella,  

Ende ca. 22.10 Uhr
Frei ab 12 Jahren