Ausstellungsdauer: 03. Mai bis 06. Juli 2003

Galerieladen

Mythos und Wirklichkeit der Indianer Nordamerikas wird die StadtGalerie in der ehemaligen Mennonitenkirche in einer faszinierenden Ausstellung vom 3. Mai bis 6. Juli beleuchten. Damit weist das städtische Kulturbüro anlässlich der 350-Jahr-Feier Neuwieds und der Eröffnung des rheinland-pfälzischen Kultursommers auf einen bedeutenden Vertreter der Familie der Stadtgründer hin: auf den Prinzen Maximilian zu Wied.

Eine der bekanntesten und wahrscheinlich auch ethnographisch bedeutendsten frühen Unternehmung zur Erforschung des Westens Amerikas war die Reise des Neuwieders Maximilian Prinz zu Wied und seines Begleiters, des Schweizer Malers Karl Bodmer, in den Jahren 1832 bis 1834. Die exzellente Beobachtungsgabe und die äußerst realistische, detailgetreue Wiedergabe dieser Eindrücke auf Bodmers Skizzen und Zeichnungen machen ihn bis heute zu einem der bedeutendsten Indianermaler des 19. Jahrhunderts. Die Bildtafeln und Vignetten erschienen zusammen mit den Reisebeschreibungen des Maximilian Prinz zu Wied. Die illustrierte Reisebeschreibung zusammen mit den völkerkundlichen und botanischen Exponaten des Prinzen haben dieser Reise später naturhistorisch gesehen einen unschätzbaren Wert verliehen.

Dem reisenden Naturwissenschaftler Prinz Maximilian zu Wied und seinen Freund Karl Bodmer ist ein großer Teil der Ausstellung gewidmet. Hier sind unter anderem Original-Blätter des Herbariums des Prinzen und Original-Stiche von Bodmer zu sehen.

Die zweite große Gruppe der Entdecker und Erschließer des amerikanischen Westens waren rauhbeinige, zähe Trapper, die sogenannten "Mountain Men". Auf der Suche nach Bibern drangen sie tief in die Rocky Mountains vor.

Die Prärieindianer waren am Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich ein Reiter- und Nomadenvolk. Ihre Hauptbeschäftigung war die Büffeljagd. Durch die großangelegten Büffeljagden der Weißen wurde ihnen die Lebensgrundlage entzogen. Dem folgte dann ein gnadenloser Kampf um das Land. Zahllose Scharmützel und Verfolgung durch die US-Armee führten hin zum traurigen Höhepunkt im Dezember 1890 bei der Schlacht am Wounded Knee in South Darkota, wo der Untergang der früheren Bisonjäger endgültig besiegelt wurde.

Diese Zeit von 1860 bis 1890 wird in einem anderen Teil der Ausstellung dokumentiert. Von der Freiheit in das Reservat ist dieser Ausstellungsteil betitelt. Zu sehen sind viele Indianer-Exponate, Tipis und Bisons.

Da der "Wilde Westen" nun "befriedet" war, die Biber und Büffel beinahe ausgerottet waren, begannen Veteranen des "Wilden Westens", allen voran "Buffalo Bill" William Cody, mit sogenannten Wild West Shows ihre Abenteuer der vergangenen Jahrzehnte zu vermarkten. Anklang fanden diese Shows vor allem in Europa.

Besonders in Deutschland hatten Buffalo Bill und seine Gefährten großen Erfolg, da in der Phantasie der Deutschen Indianer in ihren malerischen Kostümen in der weiten, unendlichen Prärie eine große Rolle spielten. Angeregt wurde dies durch einen deutschen Schriftsteller jener Zeit: Karl May. Er berichtete in seinen Büchern über Indianer und deren Jagdgründe, ohne sie je zuvor gesehen zu haben.

"Wild West Shows - Vom Mythos zur Legende" ist daher der dritte Teil der Ausstellung, der die Zeit von 1890 bis 1910 belegt, betitelt. Originalexponate aus der Buffalo Bill Wild West Show, Objekte über Karl May bis hin zu Wild West Filmen und eine Sondervitrine mit dem Thema "Indianer in der Werbung" sind hier zu sehen.

Geöffnet ist die Ausstellung in der städtischen Galerie Mennonitenkirche, Schlossstraße 2, vom 3. Mai bis zum 22. Juni, montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung. Infos gibt's im städtischen Kulturbüro bei Petra Magnus, Tel. 02631/802-468.

Indianischer Tanz

 

Indianische Tänze gab's zur Eröffnung der Ausstellung. Hier präsentiert die indianisch-deutsche Familie Namingha Powwow-Tänze