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Stadt Neuwied:Klimaschutzkonzept

Die Wahrzeichen der Stadt im Abendlicht: Der Pegelturm und die Rheinbrücke stehen unverkennbar für Neuwied.

Klimaschutzkonzept

So schützt die Stadt das Klima

Die Ursachen des Klimawandels eingrenzen und bekämpfen und die bereits entstehenden Folgen bewältigen: Das ist für die Stadt Neuwied eine Aufgabe von höchster Priortät. Welche Klimaschutzziele und Strategien die Stadt Neuwied dazu verfolgt, definiert das Klimaschutzkonzept. Entsprechend dessen richtet sich auch das Handeln von Stadtrat und Stadtverwaltung sowie der Tochterunternehmen, an denen die sie beteiligt sind, auf den Klimaschutz aus.

Als Leitbild orientiert sich Neuwied an den Landeszielen von Rheinland-Pfalz. Das heißt: Wir als Stadt sind bestrebt, zwischen 2035 und 2040 Treibhausgasneutral zu werden. Um das zu erreichen, hat sich die Stadt einie Ziele gesteckt:

Klimabewusste Projektplanung

  • Beginnt bei der Ausschreibung für ein Projekt
    • Auftragnehmer sollen so bereits von Anfang an die Klimaschutzziele der Stadt in ihre Planungen einbringen können.
  • Handlungsempfehlungen und Checklisten für Auftraggeber
    • Von Beginn an eines Projektes soll sichergestellt werden, dass Projekte direkt klimafreundlicher gestalten werden.
  • Überprüfung von Klima-Auswirklungen mittels einer definierten Methodik
    • Entscheidungsträger sollen nicht nur nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis entscheiden, sondern auch nach das Ziel der Reduzierung klimaschädlicher Emissionen abwägen.

Klimaneutrale Stadtverwaltung

  • Eigene Gebäude und Liegenschaften der Stadtverwaltung Neuwied sind energetisch sanieren
  • Neue eigene Gebäude sind von Grund auf klimaneutral planen und bauen
  • Nachhaltige Gebäudestandards für Sanierungsmaßnahmen und Neubauten definieren
  • Gemeinsamen Energie- sowie Wassereinsparpotentiale und Umsetzung geeigneter Maßnahmen erkennen 

Nachhaltige Stadtentwicklung

  • Die Stadt Neuwied strebt eine aktiv nachhaltige Entwicklung der Stadt an
  • Dabei achtet sie besonders auf die folgenden Faktoren:
    • Ökologische Qualität
      (z. B. Ökobilanz, Biodiversität, Stadtklima, Umweltauswirkungen, Gewässer- und Bodenschutz)
    • Ökonomische Qualität
      (z. B. Lebenszykluskosten, Wandlungsfähigkeit, Wirkungen auf die Kommune)
    • Soziokulturelle und funktionale Qualität
      (z. B. Barrierefreiheit, Nutzergesundheit, -behaglichkeit, -freundlichkeit)
    • Technische Qualität
      (z. B. Energieinfrastruktur, Wertstoffmanagement, nachhaltige Mobilität)

Klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung

  • Die Stadtwerke Neuwied (SWN) als kommunales Energieversorgungsunternehmen baut den regenerativen Anteil strom- und wärmeseitig massiv aus
  • Sowohl gewerblichen wie auch im privaten Bereich massiven Ausbau im Bereich Photovoltaik voranbringen
    • Für Freiflächen-PV werden Flächenpotenziale aktiv gesucht und bewertet
  • Regionale Unternehmen und Dienstleister, die Klimaneutralität durch lokale Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien vor Ort anstreben, unterstützen und einbinden 
  • Bei der Entwicklung von Gewerbeflächen und Neubaugebieten direkt vorrangig kalte Nahwärmesysteme und erneuerbare Stromerzeugung berücksichtigen

Nachhaltige Liegenschafts- und Wohnbauentwicklung

  • Etablierung eines kommunalen Gebäude- und Energiemanagements
    • Energieleitlinie mit Anforderungen definieren und kommunale Wärmepläne erstellen
  • Ausbau erneuerbarer Energien
    • Bestehende Dachflächen verstärkt nutzen
    • Ausbau von Mieter- und Quartiersstrom vorantreiben
    • Bestandsanlagen auf Effizienz prüfen
  • Energieeinsparung durch kluges Nutzerverhalten
  • Das Quartier als politische und praktische Handlungsebene fördern

Lenkungskreis Klimaschutz

  • Stadtverwaltung und ihre Tochterunternehmen übernehmen eine Vorbildfunktion und bilden den Lenkungskreis Klimaschutz
    • Setzt sich neben Klimaschutzmanagement aus Vertretungen des Stadtbauamtes, Amtes für Immobilienmanagement und der Wirtschaftsförderung sowie Vertretern der Stadtwerke Neuwied (SWN) und der Gemeindlichen Siedlungs-Gesellschaft Neuwied (GSG) zusammen
  • Vefolgt gemeinsam klimapolitische Ziele und bearbeitet sie einheitlich 
  • Ermöglicht, dass die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz transparent und effizient zwischen der Stadtverwaltung und ihre Tochterunternehmen gestaltet wird

Die Maßnahmen für Neuwied:

Schwerpunkt: Erneuerbare Energien

  • Überdachung von Parkflächen und Radabstellanlagen mit PV
  • PV-Pflicht für Neubauten
  • PV-Potenziale auf landwirtschaftlichen Flächen prüfen (Agri-PV)
  • PV auf Dachflächen der GSG  
  • Stromspeicheranlagen für PV ausbauen
  • Dezentrale Energieversorgung durch erneuerbaren Energien  
  • PV-Potenziale von Freiflächen prüfen  
  • PV-Nutzung auf Dach- und Parkplatzflächen von Unternehmen
  • PV-Kleinanlagen für Mieter/Mieterinnen
  • PV-Nutzung auf öffentlichen Einrichtungen  
  • Windkraftpotenziale nutzen

Schwerpunkt: Kommunale Einrichtungen

  • Stromsparende Beleuchtung von Straßen  
  • Implementierung eines Energiemanagements
  • Erstellung einer Leitlinie für nachhaltiges Bauen und Sanieren der städtischen Liegenschaften
  • Gering-investive Maßnahmen zur Wärme- und Stromeinsparung in kommunalen Einrichtungen
  • Klimaneutraler Gebäudebestand in kommunalen Einrichtungen  

Schwerpunkt: Haushalte

  • Möglichkeiten der PV- und Solarthermieförderung für Privathaushalte prüfen
  • Energieberatungsangebot für Privathaushalte ausbauen/optimieren  

Schwerpunkt: Übergeordnetes

  • Energienutzung von Kläranlagen 
  • Energieautarke Neubaugebiete/Stadtquartiere  
  • Klimaschutz in der Bauleitplanung 
  • Gemeinsame Kita- oder Grundschulprojekte zum Klimaschutz
  • Klimacheck bzw. Klimawirkungsprüfung bei den Beschlussvorlagen einführen
  • Fortschreibung der Energie- und CO2e-Bilanz
  • Kommunale Wärmeplanung für das gesamte Stadtgebiet/digitaler Zwilling
  • CO2e-neutrale Gebäudebeheizung der GSG-Liegenschaften
  • Industrielle Abwärme konsequent nutzen  
  • Erweiterung Klimaschutzmanagement durch eine weitere Stelle der Klimaschutzkoordination  
  • Potenzial von Flusswärmepumpen prüfen