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Stadt Neuwied:Stille Stunde

Drohnenaufnahme der neuen Deichuferpromenade mit weitem Blick in die nördlicheren Stadtteile von Neuwied.

Stille Stunde in Neuwied

Nicht jede Beeinträchtigung ist auf den ersten Blick zu erkennen. Depressionen, ADHS, Autismus, chronische Erkrankungen, Schmerzen oder eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Reizen können den Alltag erheblich beeinflussen und dennoch für andere Menschen unsichtbar bleiben.

Die stille Stunde ist ein Konzept, wie Geschäfte, Gastronomiebetriebe und öffentliche Einrichtungen mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen für diese Menschen eine angenehmere und reizärmere Umgebung schaffen können.

Gemeinsam mit den Deichstadtfreunden – AktionsForum Neuwied e.V. arbeitet das Citymanagement der Stadt Neuwied seit 2024 daran, Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen in Neuwied sichtbar zu machen und das Konzept in der Deichstadt weiter zu etablieren.

Neuwied schaut hin. Hört zu. Macht mit.

Mit der Aktionswoche zur stillen Stunde möchte die Stadt Neuwied vom 19. bis 25. Oktober 2026 Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen und ihren Erfahrungen mehr Aufmerksamkeit schenken. 

Eine Woche lang geht es darum, zuzuhören, Verständnis zu schaffen und gemeinsam zu erleben, wie bereits kleine Veränderungen dazu beitragen können, Barrieren abzubauen.

Aktionswoche in Neuwied

Ob bei der stillen Stunde in teilnehmenden Geschäften, bei besonderen Veranstaltungen und Aktionen sowie bei einer dezentralen Ausstellung in der Neuwieder Innenstadt: Während der Aktionswoche gibt es verschiedene Möglichkeiten, die das Konzept dahinter näher kennenzulernen.

Aktionstag: Nicht über Menschen reden. Mit ihnen.

20.10.2026 13:30 - 15:30

Barrieren abbauen beginnt damit, Barrieren zu erkennen und zu verstehen. Und wer könnte dabei besser helfen, als Menschen, die in ihrem Alltag oft vor solchen [...]

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Reizarm frühstücken

24.10.2026 09:00 - 10:00

Wie fühlt sich ein Frühstück an, wenn die Umgebung bewusst etwas ruhiger gestaltet wird? Das food hotel Neuwied lädt im Rahmen der Aktionswoche dazu ein, genau das [...]

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Neuwied wird leister: Stille Stunde

24.10.2026 09:00 - 10:00

Für eine Stunde reduzieren teilnehmende Geschäfte und Betriebe vermeidbare Reize. Je nach den Möglichkeiten vor Ort bedeutet das beispielsweise: weniger Musik und [...]

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Erste Hilfe einmal anders erleben

24.10.2026 17:00 - 18:00

Erste Hilfe zu leisten fällt nicht immer leicht. Schon gar nicht, wenn die Faktoren Stress und die Sorge etwas falsch zu machen vorhanden sind. Betroffene Personen [...]

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Stille Disco

24.10.2026 19:00 - 20:00

Im Rahmen der stillen Stunde öffnet Marc Daumas seine Tanzschule für eine Disco, die ganz anders ist: Keine laute Musik im Raum, gedimmtes Licht und keine [...]

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“Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen sichtbar machen”

Ausstellung geht in die Stadt

Während der Aktionswoche ist außerdem die Ausstellung “Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen sichtbar machen” in der Neuwieder Innenstadt zu entdecken. 

Statt alle Inhalte wie einst im Innenstadtlabor an einem einzigen Ort zu präsentieren, verteilen sich verschiedene Stationen auf mehrere Standorte. So wird die gesamte Innenstadt ein Stück weit zum Ausstellungsraum.

Die einzelnen Stationen greifen unterschiedliche Themen rund um nicht sichtbare Beeinträchtigungen auf und laden dazu ein, genauer hinzusehen und die eigene Perspektive zu erweitern.

Ausstellungsstationen:

  • Althoff Apotheke, Langendorfer Str. 94
  • Koch Orthopädie-Schuhtechnik, Langendorfer Str. 82
  • ADTV Tanzschule Marc Daumas, Marktstraße 51
  • mokka Café Neuwied, Mittelstraße 105
  • REWE Müller, Langendorfer Str. 182
  • food hotel Neuwied, Langendorfer Str. 157
  • Thalia, Mittelstraße 43–47
  • Sparkasse Neuwied, Marktstraße 66
  • Modehaus SINN, Mittelstraße 50
  • Schlosstheater Neuwied, Theaterplatz 3
  • SWN Kundencenter Neuwied, Langendorfer Str. 120
  • Witt Neuwied, Mittelstraße 24
  • Neuwied Galerie, Heddesdorfer Str. 9

Tipp: Wer alle Stationen entdecken möchte, kann sich auf einen kleinen Rundgang durch die Neuwieder Innenstadt begeben. Die Standorte lassen sich gut miteinander verbinden.

Stille Stunde? Was ist das genau?

Helles oder flackerndes Licht, Musik, Durchsagen, viele Gespräche, piepende Geräte und eine große Zahl unterschiedlicher Eindrücke gleichzeitig: Was für viele Menschen ganz selbstverständlich zu einem Einkauf oder einem Besuch in der Innenstadt dazugehört, kann für andere schnell zu einer erheblichen Belastung werden.

Besonders Menschen, die Reize anders oder intensiver wahrnehmen, können von einer reizärmeren Umgebung profitieren. Dazu zählen beispielsweise Menschen aus dem Autismus-Spektrum, Menschen mit ADHS oder psychischen beziehungsweise neurologischen Erkrankungen. Aber auch ältere Menschen, Personen mit Migräne oder chronischen Erkrankungen und viele weitere können eine ruhigere Atmosphäre als hilfreich empfinden.

Genau dort setzt die stille Stunde an. Für einen festgelegten Zeitraum werden vermeidbare Reize soweit wie möglich reduziert. Beispielsweise kann auf Hintergrundmusik und unnötige Durchsagen verzichtet, die Beleuchtung – soweit möglich – gedimmt oder auf blinkende und bewegte Werbeelemente verzichtet werden. Auch ein bewussterer Umgang mit Geräuschen und eine insgesamt ruhigere Atmosphäre können dazugehören.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um völlige Stille. Die stille Stunde soll vielmehr Bedingungen schaffen, unter denen sich möglichst viele Menschen wohler fühlen und selbstständiger am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Was für manche lediglich angenehmer ist, kann für andere den entscheidenden Unterschied machen.

Mitmachen und Barrieren verringern

Barrierefreiheit bedeutet mehr als Rampen, Aufzüge oder abgesenkte Bordsteine. Manche Barrieren sind ebenso unsichtbar wie die Beeinträchtigungen der Menschen, die ihnen begegnen. Geräusche, Licht, Hektik, fehlende Rückzugsmöglichkeiten oder eine Vielzahl gleichzeitig einwirkender Reize können darüber entscheiden, ob gesellschaftliche Teilhabe möglich ist oder nicht. Eine reizärmere Umgebung nimmt niemandem etwas weg. Für manche Menschen kann sie aber sehr viel ermöglichen. Und kleine Veränderungen können bereits einen großen Unterschied machen.

Unser Wunsch ist es, dass sich künftig immer mehr Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Einrichtungen in Neuwied regelmäßig Zeit für eine stille Stunde nehmen und so dazu beitragen, Teilhabe und Barrierefreiheit auch für Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen weiterzudenken.

Wer sich für das Konzept interessieren oder künftig selbst eine stille Stunde anbieten möchten, kann sich gerne an das Citymanagement der Stadt Neuwied wenden.

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