Naturnahe Gartengestaltung
Tipps und Hilfen für Ihr artenreiches Gartenparadies
Wie bekomme ich mehr Arten in meinen Garten? Einfach gesagt: Mit einer naturnahen Gartengestaltung. Dabei können schon kleine Veränderungen einiges ausmachen. Wir haben Ihnen hier einige hilfreiche Tipps zusammengefasst, wie Sie die biologische Vielfalt in Ihrem Garten fördern können.
Warum sind naturnahe Gärten wichtig?
Wem nützen heimische Gewächse?
Wie wird mein Garten naturnah?
Wie kann ich Tieren im Garten helfen?
Jede Pflanzenart und unterschiedliche biodiversitätsfördernde Strukturen wie Totholz, heimische Sträucher oder Wiesen bieten Futter, Schutz und Lebensraum für verschiedene Tierarten. Dabei gibt es immer Generalisten, die etwas flexibler sind, und Spezialisten, die ganz bestimmte Pflanzenarten und Strukturen benötigen. Welche Tiere am Ende im Garten zu finden sind, hängt also von der Pflanzenauswahl und der Gartengestaltung ab – ein bisschen Glück braucht man jedoch auch.
Diese Artengruppen fühlen sich im Garten wohl, wenn die richtigen Strukturen vorhanden sind:
Wildpflanzen für den Garten
Mit Ihrem Garten können Sie einen wertvollen Beitrag leisten, um die Artenvielfalt zu schützen. Denn viele Insektenarten haben sich auf bestimmte Wildpflanzen im Laufe ihrer Evolution spezialisiert. Allerdings werden diese Wildpflanzen und damit auch Tiere in der heutigen oft monotonen und strukturarmen Agrarlandschaft immer seltener. Und auch in den privaten Gärten sind sie rar geworden.
Wer heimische Wildstauden, Sträucher und Bäume im eigenen Garten anpflanzt, bietet Nahrung und Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Tiere. Und das Beste: Es gibt nicht nur für jeden Standort – egal ob nährstoffreich, trocken oder feucht – etwas Passendes, die Wildpflanzen sind auch schön anzusehen.
Doch welche Pflanzen eignen sich nun für Ihren Garten? Klicken Sie sich einfach durch die Pflanzensteckbriefe und entdecken Sie eine Auswahl an möglichen Pflanzen für Ihren Garten.
Gestaltungsmöglichkeiten für einen naturnahen Garten
In Ihrem Garten lassen sich mit heimischen Pflanzenarten hervorragend Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Denn diese bieten nicht nur Nahrung für Vögel und Insekten. Auch Kleinstrukturen wie Hecken und Reisighaufen sind wichtig als Lebensraum für Tiere. Wer zudem auf Pestizide und torfhaltige Erde verzichtet, hat schon einen wichtigen Schritt zu mehr Artenvielfalt getan.
Das Gute: Dabei muss ein Garten kein perfekter Naturgarten sein – es gibt viele kleine und große Dinge, mit denen Sie der Natur im Garten helfen können.
Hier finden Sie verschiedenen Anleitungen zu diversen Gestaltungsmöglichkeiten: Ob Sie einen großen oder einen kleinen Garten haben, viel Zeit für Gartenpflege oder nur wenig: Einer der Bausteine für mehr Artenvielfalt passt bestimmt!
Blumenwiesen-/rasen
Echte Blumenwiesen bestehen aus mehrjährigen heimischen Wildblumen und Gräsern. Das heißt, es ist ein wenig Geduld gefragt, denn Blumenwiesen werden von Jahr zu Jahr schöner und artenreicher. Sie lieben einen sonnigen Standort und sollten möglichst selten betreten werden.
Wildsträucher-Hecke
Hecken sind nicht nur ein praktischer Sichtschutz direkt an der Grundstücksgrenze. Solitärgehölze, Strauchgruppen und insbesondere frei wachsende Strauchhecken mit heimischen Gehölzarten bilden auch überall sonst einen wertvollen Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Im Gegensatz dazu ernähren exotische Sorten wie Kirschlorbeer, Bambus, Thuja oder Forsythie kaum Tierarten.
Vertikalbegrünung
Fassaden und Zaunelemente lassen sich durch Kletterpflanzen begrünen. Hier finden Vögel Nahrung, etwa Beeren, Samen und Spinnen, und einen versteckten Brutplatz. Zusätzlich können diverse Nisthilfen eingebaut werden. Insekten laben sich an den Blüten der rankenden Pflanzen. Und auch wir Menschen profitieren, denn begrünte Wände binden Schadstoffe und wirken schalldämmend.
Wildstaudenbeet
Ob Sonnenplatz oder doch eher Schattenseite: Wildstaudenbeete können überall angelegt werden. Mit der richtigen Pflanzenauswahl – je nach den Standortbedingungen – sind sie nicht nur hübsche bunte Farbkleckse im Garten. Sie bieten unterschiedlichsten Insekten Nahrung und einen geeigneten Lebensraum.
Weitere Anleitungen:
Miniteich:
Wasser sorgt für ein gutes Mikroklima und bietet Lebensraum und Wasserquelle für viele Tierarten wie Libellen. Mit einem ständigen Wasserangebot helfen Sie den Arten im Garten durch die immer extremeren Sommer. Doch natürlich haben nicht alle Gärten Platz für einen großen Teich. Die Lösung: ein Miniteich!
Naturecken:
Wenn Sie in Ihrem Garten einen Lebensraum für Vögel, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und kleine Tiere wie Igel schaffen möchten, dann lassen Sie “Naturecken” zu. Das heißt kleine – oder größere – Bereiche des Gartens, die nur wenig bearbeitet werden. Dort dürfen Brennnessel und Spitzwegerich für Schmetterlingsraupen wachsen oder Gewöhnlicher Dost, Löwenzahn und Klee für Wildbienen.
Natürliche Nisthilfen:
Mit natürlichen Nisthilfen helfen Sie vielen Arten auf einmal. Ob alte Baumstämme, Totholzhecken, Reisighaufen oder Stängel – Totholz bietet Insekten, Vögeln und anderen Kleintieren sowohl Nahrung als auch Verstecke, Nist- und Überwinterungsplätze. Genauso wichtig sind offene Bodenflächen: Fast 75 Prozent der Wildbienenarten benötigen sie, da sie im Boden brüten.
Trockenmauer:
Trockenmauern machen einen Garten interessant und können zur Artenvielfalt beitragen. Sie können ein Beet einfassen oder ein hängiges Gelände terrassieren. Weil die Steine nicht mit Mörtel verbunden sind, entstehen kleine Spalten und Zwischenräume. Sie bieten Lebensraum für Pflanzen, Käfer, Wildbienen, Eidechsen und andere Kleintiere.