Neue Stadtzufahrt "Nord"
Kurz & knapp
La-Porte-Kreuzung adé: Neuwied bekommt eine neue Verbindung zwischen B 42 und der Langendorfer Straße. Die neue Stadtzufahrt “Nord” ist eines der größten Verkehrsprojekte der Deichstadt in jüngerer Zeit. Damit wird ein langjähriger Engpass beseitigt und die Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmer nachhaltig verbessert.
Hier geht's lang während der Sperrung
Die Verkehrsunterführung an der La-Porte-Kreuzung ist ab dem 5. August vollständig gesperrt. Wer aus der Innenstadt oder von der Raiffeisenbrücke kommend Richtung Irlich fahren möchte, kann während der Bauzeit folgende Ausweichmöglichkeiten nutzen, um auf die B 42 zu fahren:
- Kreuzung Andernacher Straße/Berggärtenstraße (Icehouse)
- Kreuzung Dierdorfer Straße/Berggärtenstraße (Bauspielplatz)
Die Neuerungen im Detail:
Die bestehende Bahnüberführung wird durch ein komplett neues Brückenbauwerk rund 200 Meter weiter östlich ersetzt. Die Arbeiten erfolgen im Zusammenhang mit der Korridorsanierung “Rechter Rhein” der Deutschen Bahn.
Dafür liefen die Arbeiten bereits vor dem eigentlichen Start der Generalsanierung am 10. Juli 2026 an. Denn die Deutsche Bahn errichtet zunächst die neue Betonbrücke außerhalb der Bahntrasse. Im Herbst 2026 wird diese dann, nachdem die Widerlager im Bahndamm herstellt wurden, in die Bahntrasse eingeschoben.
Parallel dazu wird an der bisherigen Stelle – der La-Porte-Kreuzung – die alte Eisenbahnbrücke abgebrochen. Um die Standsicherung der Bahntrasse weiter zu gewährleisten, wird die Lücke im Bahndamm dann anschließend aufgefüllt und geschlossen.
Die neue Stadtzufahrt entsteht rund 200 Meter weiter östlich von der bisherigen La-Porte-Kreuzung. Durch den neuen Standort erhält die wichtige Verbindung zwischen B 42 und Langendorfer Straße nicht nur mehr Platz. Ein weiterer Pluspunkt: Durch die verlagerte Zufahrt ist nun eine kürzere und geradere Anbindung möglich. Dadurch wird wiederum die Verkehrsführung deutlich vereinfacht.
Insgesamt wird die neue Verbindung deutlich leistungsfähiger für den motorisierten Verkehr. Denn Fahrzeuge, die stadtauswärts über die Langendorfer Straße auf die B 42 fahren, werden künftig auf zwei Spuren verteilt. Ähnlich wie bisher erhält die Bundestraße aus Richtung Neuwied kommend wieder eine Linksabbiegespur sowie für Fahrzeuge, die aus der Richtung Irlich kommen, eine Rechtsabbiegerspur. Dafür wird die B 42 an dem neuen Knotenpunkt leicht erweitert.
Außerdem wird durch die neue Eisenbahnüberführung ein weiteres Problem behoben: Anders als bisher können dann auch wieder Fahrzeuge höher als 3,2 Meter die Stadtzufahrt nutzen.
An der bisherigen La-Porte-Kreuzung entsteht in der Straße “Am Schloßpark” ein Wendehammer.
Für alle, die dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, wird die neue Stadtzufahrt “Nord” ebenfalls zu einer attraktiveren Verbindung. Denn künftig wird ihnen deutlich mehr Platz zur Verfügung stehen: Statt eines schmalen Gehwegs entsteht einseitig ein vier Meter breiter Rad- und Gehweg.
Die Querung der B 42, um den dort bereits bestehenden Geh- und Radweg zu erreichen, wird erneut durch eine Ampel möglich sein.
Im Bereich der La-Porte-Kreuzung verlaufen diverse Ver- und Entsorgungsleitungen. Damit diese auch nach der Schließung der Unterführung noch für Wartungs- und Reparaturarbeiten einfach erreichbar sind, beteiligen sich die Stadtwerke Neuwied ebenfalls an der Baumaßnahme.
Vor allem geht es dabei um die Wasserleitungen, die unter der bisherigen Fahrbahn liegen. Diese befinden sich zwar bereits jetzt in sogenannten Stahlschutzrohren. Also eine Art Hülle, die ermöglicht, bei Bedarf einfacher an die Leitungen heranzukommen. Allerdings enden diese bisher im Randbereich des Gleiskörpers. Da sich der Bahndamm mit dem Rückbau der Bahnüberführung verbreitet, müssen sie verlängert werden.
Gleichzeitig nutzen die SWN die Chance, die Stromkabel für die Straßenbeleuchtung auszutauschen. Denn einige von denen stammen noch aus den 1960er-Jahren.
Darum braucht es eine neue Stadtzufahrt
Seit Jahren erfüllt die La-Porte-Kreuzung nicht mehr die Anforderungen einer modernen Stadtzufahrt. Die nur 3,20 Meter hohe Unterführung ist für viele Lastwagen zu niedrig und trotz Beschilderung blieben regelmäßig Lkw stecken. Zudem galt die Kreuzung lange als Unfallschwerpunkt. Ein weiteres Problem: Durch die beengten Verhältnisse ließe sie sich nicht zukunftsfähig ausbauen.
Bereits 2008 sah der Flächennutzungsplan deshalb eine neue Stadtzufahrt “Nord” mit direkter Anbindung der Langendorfer Straße an die B 42 vor. Ziel waren eine leistungsfähigere Verkehrsführung, ausreichend breite Wege für Rad- und Fußverkehr sowie eine höhenuneingeschränkte Durchfahrt für Lkw.
Während der Vorbereitung der Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke stellte die DB InfraGO AG vor acht Jahren fest, dass die Bahnbrücke komplett erneuert werden muss. Damit eröffnete sich die Möglichkeit, das städtische Planungsziel gemeinsam mit der DB und dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) umzusetzen.
Nach einem intensiven Abstimmungsprozess wurde die neue Stadtzufahrt geplant und wird jetzt mit der von der DB terminierten Korridorsanierung umgesetzt.