Revitalisierung der Deichkrone
Kurz & knapp
Sie ist das Kernstück des Wahrzeichens der Stadt Neuwied: die Deichkrone. Seit mehr als 10 Jahren steht das denkmalgeschützte Gebäude allerdings leer. Das ändert sich nun. Dafür wird zunächst das Gebäude selbst umfangreich saniert. Damit im Anschluss die Deichkrone als ein Museum mit Café zu den Themen Hochwasser-, Klima- und Umweltschutz genutzt werden kann.
Die Vision
Seit vielen Jahren verfolgt die Stadt Neuwied das Ziel, die denkmalgeschützte Deichkrone zu erhalten und sie neu zu nutzen. Nach umfangreichen Vorbereitungen und verschiedenen Anstrengungen eine tragfähige Zukunftsperspektive für das Gebäude zu entwickeln, ist klar: Die Deichkrone soll künftig ein Museum mit Café beherbergen.
Zunächst muss die Deichkrone vollständig nach dem technischen Standard von heute saniert werden. Zudem liegt der Fokus auf:
- der Wiederherstellung der denkmalgeschützten Fassade
- der statischen Ertüchtigung des Gebäudeinneren
- dem Wiederaufbau der Seitenflügel nach historischem Vorbild
Insgesamt sollen in dem Gebäude flexible, offen nutzbare Grundrisse entstehen, die eine barrierefreie Nutzung des Gebäudes ermöglichen.
Für diese Revitalisierung erhielt die Stadt im Januar 2025 einen Zuschlag in Höhe von 4,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm “Nationale Projekte des Städtebaus”.
Ein vielseitiger Erlebnis- und Begegnungsort – das soll die Deichkrone werden. Schon allein durch die außergewöhnliche Lage auf dem Deich, der seit fast 100 Jahren die Stadt vor den Hochwassern des Rheins schützt, ist das Gebäude prädestiniert dazu, ein überregionales einzigartiges Ausflugsziel zu werden.
Beheimaten soll die Deichkrone künftig eine moderne Ausstellung, die spannende Einblicke in die Themen Hochwasser-, Klima- und Umweltschutz vermittelt. Mit digitalen, interaktiven und leicht zugänglichen Formaten soll diese zum Mitmachen und Entdecken einladen.
Ergänzt wird das Konzept durch ein Café. Damit soll ein einladender Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt entstehen.
Projektablauf
Bis die ersten Besucher durch das neue Museum in der Deichkrone schlendern, wird es noch ein paar Jahre dauern. Denn zwischen Idee und Eröffnung liegen einige Zwischenetappen.
Die Etappen bis zum Ziel:
Idee entwickeln
Wie soll die Deichkrone genutzt werden?
Seit den 2010er Jahren steht die Deichkrone leer. Ziel ist es, für das beindruckende Bauwerk eine tragfähige Zukunftsperspektive zu finden.
Status: Deichkrone wird ein Museum
Förderung erhalten
Wie kann die Sanierung finanziert werden?
Um die Sanierung des Bauwerks zu verwirklichen, wurde eine Förderung beim Förderprogramm “Nationale Projekte des Städtebaus” beantragt.
Status: Zusage Januar 2025 erhalten
Umbau planen
Wie soll die Deichkrone aussehen?
Von A wie Ausstellungsfläche bis S wie Statik: In dieser Phase werden gemeinsam mit Experten die Weichen gestellt, was an und in der Deichkrone umgebaut wird.
Status: in Arbeit
Museum konzipieren
Was soll die Ausstellung vermitteln?
Das Grundthema steht bereits fest: Hochwasser- und Klimaschutz. Wie die Ausstellungsstücke dazu aussieht, wird gemeinsam mit Experten geplant.
Status: Ausschreibung läuft
Gebäude sanieren
Die Deichkrone erhält ihr neues Gewand
Statik ertüchtigen, Wände einreißen, Seitenanbaue hochziehen: An der Deichkrone sind umfassende Arbeiten erforderlich, bevor das Museum einziehen kann.
Status: noch nicht begonnen
Museum einrichten
Finaler Schritt bevor eröffnet wird
Die Zielgerade für die neue Nutzung ist erreicht: Die Ausstellungsstücke ziehen in die Deichkrone ein. Wenn alles nach Plan läuft, erfolgt das nahtlos zum Umbau.
Status: noch nicht begonnen
Die Neuerungen im Detail
Sobald die Details zur Planung des Gebäudes und dem Museumskonzept feststehen, finden Sie hier weitere Informationen.
Zurzeit läuft die Entwurfsplanung gemeinsam mit den Rittmannsperger Architekten, dem Alhäuser + König Ingenieurbüro für die technische Gebäudeausrüstung und den Experten von Imagine Structure für die Statik.
Die Konzeption für das Museum befindet sich noch in der Ausschreibungsphase.
Einblick Deichkrone
So sieht es im "Lost Place" vor der Sanierung aus
Hintergrund: Die Deichkrone im Wandel der Zeit
Der Bau des Hochwasserschutzdeichs Ende der 1920er-Jahre waren in der Bevölkerung auch mit Sorgen verbunden. Denn viele Bürgerinnen und Bürger befürchteten, dass die Stadt durch den Deich vom Rhein getrennt würde und das Stadtbild unter der neuen Schutzanlage leiden könnte. Deshalb entstand die Idee, auf dem Deich ein Café mit Aussicht auf den Rhein zu errichten. Damit sollte der Deich stärker mit dem öffentlichen Leben verbunden werden.
Im Oktober 1927 wurden die Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Entwurf des Düsseldorfer Architekten Walter Furthmann setzte sich schließlich durch und wurde vom Stadtrat beschlossen.
Nach mehreren Jahren Planung und Bauzeit wurde die Deichkrone im Jahr 1931 eröffnet. Das Café entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel und wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs von seinem ersten Pächter betrieben.
Während des Zweiten Weltkriegs blieben sowohl der Hochwasserschutzdeich als auch die Deichkrone weitgehend von größeren Schäden verschont. Die Zerstörung der Neuwieder Rheinbrücke stellte jedoch nach Kriegsende ein erhebliches Verkehrsproblem dar.
Um die Verbindung über den Rhein wiederherzustellen, errichteten amerikanische Pioniertruppen im Frühjahr 1945 eine Behelfsbrücke. Dafür wurde die Deichkrone im April 1945 teilweise abgetragen. Mithilfe eines Krans mit Abrissbirne entfernten die Besatzungstruppen Teile des Gebäudes, da dessen Fundament als Auflager für die Brückenkonstruktion genutzt werden sollte.
Die Behelfsbrücke erfüllte zunächst ihren Zweck, wurde jedoch im Februar 1947 bei starkem Eisgang auf dem Rhein zerstört.
Bereits wenige Jahre nach Kriegsende wurde der Wiederaufbau der Deichkrone vorbereitet. Anfang 1950 konnten die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Im April desselben Jahres stimmte der Stadtrat den Wiederaufbauplänen zu und genehmigte zugleich den künftigen Pachtvertrag.
Nach der Sanierung des Deichunterbaus und der Fundamente begann im Sommer 1950 der Wiederaufbau des Gebäudes. Im Februar 1951 konnte Richtfest gefeiert werden. Die Wiedereröffnung erfolgte schließlich im August 1951, als der Oberbürgermeister dem Pächter feierlich den Schlüssel übergab.
Beim Wiederaufbau wurde die Deichkrone leicht verändert. Die zuvor auf der Rheinseite verlaufende Promenade wurde in das Gebäude integriert. Dadurch vergrößerte sich die Gebäudebreite um rund zwei Meter. Gleichzeitig wurde die Promenade auf der Stadtseite als umlaufender Balkon weitergeführt.
In den folgenden Jahrzehnten blieb die Deichkrone ein beliebtes Ausflugslokal. Zwischen 1955 und 1979 wechselten mehrfach die Pächter.
Im März 1979 beschloss der Stadtrat den Verkauf des Deichcafés. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude modernisiert. Unter anderem erhielt es ein neues Dach, einen hellen Außenputz sowie verbreiterte Seitenpavillons.
Der neue Eigentümer machte die Deichkrone weit über die Stadtgrenzen hinaus als Restaurant mit Schwerpunkt auf Fischspezialitäten bekannt. Über viele Jahre hinweg entwickelte sich das Haus zu einer festen Größe in der regionalen Gastronomie. Seit den 2010er-Jahren steht die Deichkrone jedoch leer.
Seit dem wurden verschiedene Ideen für eine neue Ausrichtung des Gebäudes diskutiert. Dazu gehörten unter anderem Planungen für ein Hochwassermuseum mit gläsernem Aufzug. Mit dem nun geplanten Umbau und der Revitalisierung soll das denkmalgeschützte Gebäude wieder mit Leben gefüllt und als Erlebnis-, Bildungs- und Begegnungsort für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Aktuelles zur Deichkrone
Download-Bereich:
Hier finden Sie bald weitere Informationen zum Download.