Hauptregion der Seite anspringen Hauptnavigation der Seite anspringen

Stadt Neuwied:Detailseite

Die Wahrzeichen der Stadt im Abendlicht: Der Pegelturm und die Rheinbrücke stehen unverkennbar für Neuwied.

Flüchtlingsunterkunft in Block geht in Betrieb: 16 Quadratmeter pro Zweier-Wohncontainer

Erstellt von Pressebüro  Gesellschaftliches

Die neue Flüchtlingsunterkunft in Block wird zum 31. März in Betrieb genommen. Im ersten Schritt ziehen dann die rund 60 Menschen ein, die derzeit noch in der seit drei Jahren provisorisch genutzten Turnhalle von Niederbieber untergebracht sind. Geplant ist, das Containerdorf in den kommenden Monaten für Flüchtlinge zu nutzen, die der Stadt Neuwied über die Kreisverwaltung zugewiesen werden. Die neue Unterkunft hat dafür eine Maximalkapazität von 264 Personen. Zum Vergleich: Das 2020 wieder abgebaute „Camp“ war mit 750 Plätzen fast dreimal so groß. 

Der Betrieb der Unterkunft ist zunächst auf drei Jahre ausgerichtet, mit der Option einer Verlängerung um weitere zwei Jahre. Primäres Ziel der Stadt Neuwied bleibt es, Menschen – vor allem Familien – dezentral in Wohnungen unterzubringen. Aufgrund des starken Zustroms in den vergangenen drei Jahren – vor allem seit dem russischen Überfall auf die Ukraine –, ist die Lage auf dem heimischen Wohnungsmarkt jedoch so angespannt, dass dies nur noch begrenzt gelingt. 

Die Leitung der Flüchtlingsunterkunft und die soziale Betreuung ihrer Bewohner liegt in den Händen des DRK-Kreisverbandes Neuwied. Die Stadt Neuwied hat für die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Unterkunft mit Melanie Hofmann eine Koordinatorin ernannt. Für kleinere Instandsetzungs- oder Montagearbeiten zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes gibt es einen Hausmeisterservice. Ein Reinigungsunternehmen ist vor Ort, die Bewohner sind für ihre Wohncontainer aber selbst verantwortlich und haben auch Sorge dafür zu tragen, dass die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten sauber gehalten werden.

Der Zugang zur Unterkunft ist nur Bewohnern und Mitarbeitern gestattet. Security ist rund um die Uhr vor Ort. Für Kontakte mit externen Personen gibt es außerhalb der eigentlichen Unterkunft eine gesonderte „Begegnungsstätte“, die vor allem für Integrationsangebote gedacht ist. 

Die Flüchtlingsunterkunft selbst ist in drei identische Anlagen aufgeteilt. Auf zwei Geschossen bilden jeweils 44 doppelt zu belegende Wohncontainer eine solche Einheit. Hinzu kommen jeweils zentral gelegen zwei größere Gemeinschaftsräume mit Fernseher sowie Küchen-, Wasch- und Sanitäreinrichtungen. Diese sind – anders als früher im „Camp“ – zu erreichen, ohne dass die Menschen „nach draußen“ müssen. Für ihre Verpflegung sorgen die Bewohner selbst. 

Die einzelnen Wohncontainer sind rund 16 Quadratmeter groß und ausgestattet mit Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Kühlschrank sowie einem „Starterkit“ mit Geschirr, Bettzeug, Handtuch, Topf und Pfanne. 

Stadt Neuwied setzt auf Integration 

Als kreisangehörige Stadt bekommt Neuwied über Bund, Land und Kreis monatlich Flüchtlinge nach dem „Königsteiner Schlüssel“ zur Unterbringung zugewiesen. Die Kosten dafür werden vollständig refinanziert, sodass der städtische Haushalt nicht belastet wird. Dennoch bleibt die Organisation eine anspruchsvolle Aufgabe, die erhebliche personelle Ressourcen in der Verwaltung bindet. Mit dem Bau der Unterkunft stellt sich die Stadt Neuwied dieser Verantwortung für die Unterbringung geflüchteter Menschen. 

„Es geht aber nicht nur darum, Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Wir wollen ihnen eine Perspektive bieten und sie integrieren“, stellt Bürgermeister Peter Jung klar. Neuwied setzt dabei auf das Prinzip „fördern und fordern“: Geflüchtete erhalten Unterstützung, sollen sich aber auch aktiv einbringen. Ein zentraler Baustein dafür sind Sprach- und Integrationskurse, die unter anderem durch die Volkshochschule Neuwied angeboten werden. Unter anderem am bisherigen provisorischen Standort – der Turnhalle in Niederbieber – gab es entsprechende Programme, die nun an der neuen Unterkunft fortgeführt werden.

Doch Integration gelingt nicht allein durch die Stadtverwaltung – sie braucht das Engagement der gesamten Stadtgesellschaft. Daher sind Vereine, Nachbarschaften und ehrenamtliche Initiativen eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. Bürgermeister Peter Jung lädt deshalb für Mitte April zu einem Runden Tisch in Block ein, bei dem sich Vereine, der Ortsbeirat und Anwohner einbringen können, um die Menschen in die Gesellschaft einzubinden. „Wichtig ist, dass die Flüchtlinge eine feste Tagesstruktur bekommen, die Sprache lernen und zügig eine Arbeit oder ein Praktikum aufnehmen können“, betont Bürgermeister Peter Jung.

Die Gemeinschaftscontainer bieten den Bewohnern der neuen Geflüchtetenunterkunft in Block die Möglichkeit, in größerer Runde zusammenzukommen.
Insgesamt 132 16 Quadratmeter große Wohncontainer bieten in der neuen Geflüchtetenunterkunft in Block bis zu 264 Personen Platz.