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Stadt Neuwied:Detailseite

Die Wahrzeichen der Stadt im Abendlicht: Der Pegelturm und die Rheinbrücke stehen unverkennbar für Neuwied.

Was tun, wenn Fürsorge fehlt? 200 Fachkräfte trafen sich in Neuwied zur „Netzwerkkonferenz Kinderschutz“

Erstellt von Pressebüro  Kinder & Jugendliche

Rund 79.800 Kinder und Jugendliche wurden 2025 von deutschen Jugendämtern als gefährdet eingestuft – so viele wie nie zuvor. Mit 58 Prozent der festgestellten Kindeswohlgefährdungen war Vernachlässigung die häufigste Gefährdungsform. Hinter diesen trockenen Zahlen stehen reale Kinder, deren Bedürfnisse nach Versorgung, Schutz oder Zuwendung über längere Zeit nicht ausreichend erfüllt werden. Wie Fachkräfte solche Situationen erkennen und betroffenen Kindern helfen können, stand deshalb im Mittelpunkt der Netzwerkkonferenz „Wenn Fürsorge fehlt – die unterschätzten Folgen von Vernachlässigung“ in Neuwied. Rund 200 Fachpersonen kamen dazu im voll besetzten Amalie-Raiffeisen-Saal der Volkshochschule zusammen.

Vertreten waren unter anderem Fachkräfte aus Kitas und Schulen, dem Gesundheitswesen, der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie aus Beratungsstellen. Organisiert wurde die Konferenz vom „Lokalen Netzwerk Kinderschutz“ durch die Jugendämter von Stadt und Kreis Neuwied. Den fachlichen Schwerpunkt des Nachmittags setzte Birgit Köppe-Gaisendrees. Die ausgewiesene Kinderschutzexpertin leitete 33 Jahre lang die Ärztliche Kinderschutzambulanz Bergisch Land und trägt den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen für ihr Lebenswerk. Wie in den Vorjahren führte Heidi Steffl vom Landesjugendamt als Moderatorin souverän durch die Konferenz.

„Vernachlässigung ist auch für erfahrene Fachkräfte ein schwieriges Thema. Sie zu erkennen und betroffenen Kindern zu helfen, fordert viel Fingerspitzengefühl und Durchhaltevermögen. Das große Interesse an der Konferenz zeigt, wie sehr das Thema die Fachkräfte beschäftigt“, betonen die beiden Netzwerkkoordinatorinnen Franziska Klein von der Stadt Neuwied und Laura Rockenfeller vom Kreis. Wie breit Kinderschutz aufgestellt sein muss, zeigte sich auch an den unterschiedlichen Professionen im Saal. Die Netzwerkkoordinatorinnen unterstützen diesen Austausch über das ganze Jahr hinweg. Zu ihrer Arbeit gehören neben den Frühen Hilfen für junge Familien Schulungen für Fachkräfte, die Vermittlung neuer Fortbildungsangebote sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und dem Allgemeinen Sozialen Dienst.

Neuwieds Bürgermeister und Jugenddezernent Peter Jung nutzte die Konferenz deshalb auch, um den anwesenden Fachkräften für ihre tägliche Arbeit zu danken. „Sie hören zu, beobachten, beraten, unterstützen und begleiten. Sie treffen mitunter schwierige Entscheidungen und tragen dabei eine große Verantwortung – nicht selten unter hohem zeitlichem und persönlichem Druck“, würdigte Jung. „Dass Sie sich jeden Tag für das Wohl und den Schutz der Kinder in unserer Stadt und in unserem Landkreis einsetzen, verdient unsere Anerkennung, unseren Respekt und die bestmögliche Unterstützung.“

Neben dem Vortrag blieb Gelegenheit zum fachübergreifenden Austausch. Zusätzliche Informationen boten Stände der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Oberbieber, die unter anderem Beratungen durch insoweit erfahrene Fachkräfte anbietet, sowie des beim HTZ Bad Hönningen angesiedelten Kinderschutzdienstes. Die Materialien der Konferenz stehen den Teilnehmenden auch im Nachgang zur Verfügung. Wer Fragen zur Arbeit des Lokalen Netzwerks Kinderschutz hat oder sich für die Materialien interessiert, kann sich an Franziska Klein von der Stadt Neuwied unter fklein@stadt-neuwied.de oder Laura Rockenfeller vom Landkreis Neuwied unter laura.rockenfeller@kreis-neuwied.de wenden.

Gruppenbild von neun Erwachsenen vor einem Baum
Gemeinsam für Kinderschutz: Bernhard Fuchs, Amtsleiter Stadtjugendamt; Laura Rockenfeller, Netzwerkkoordinatorin vom Kreisjugendamt; Bürgermeister Peter Jung; Christina Mehler, stellv. Kreisjugendamtsleitung; Vortragende Birgit Köppe- Gaisendrees; Franziska Klein, Netzwerkkoordinatorin vom Stadtjugendamt; Heidi Steffl vom Landesjugendamt RLP; Erik Tullius, ASD-Leitung beim Stadtjugendamt und Uwe Kukla, Amtsleitung Kreisjugendamt.