Im Zoo Neuwied haben die Springtamarine Nachwuchs bekommen. Das neue Jungtier, das am 14. Juni geboren wurde, kann man im rechten Außengehege der Prinz Maximilian zu Wied Halle festgeklammert an einem der älteren Springtamarine finden. „Die weiblichen Springtamarine tragen den Nachwuchs nur für eine kurze Zeit, danach gehen sie auf den Rücken zum Vater um die Mutter zu entlasten, werden aber zum Säugen immer wieder zur Mutter zurückgebracht. Das Jungtier bleibt dann noch recht lange beim Vater, bis auch die älteren Geschwister mithelfen. Am Anfang müssen sie sich noch daran gewöhnen, dass denen was auf dem Rücken hängt, aber so lernen sie, wie man sich um den Nachwuchs kümmert. Dazu kommt, dass die Weibchen direkt wieder von den Männchen neu gedeckt werden, dass kann auch schon vorkommen, wenn die Mutter das Jungtier noch auf dem Rücken trägt “, so Tierpflegerin Lena Weeser.
Nach einer Tragzeit von etwa fünf Monaten bringt das Weibchen in der Regel ein Jungtier zur Welt. Bei der Geburt wiegt dieses ungefähr 45 bis 66 Gramm. Bereits im Alter von rund zweieinhalb Monaten beginnt der Nachwuchs, seine Umgebung selbstständig bei kurzen Ausflügen zu erkunden. Etwa einen Monat später setzt allmählich die Entwöhnung von der Muttermilch ein. Um welches Geschlecht es sich bei dem Jungtier handelt, kann man noch nicht sagen. Von außen ist es nicht erkennbar, dazu muss das neue Jungtier im Rahmen einer Kontrolle durch die Zootierärztin untersucht werden. Dies sollte allerdings erst nach der Entwöhnung vorgenommen werden. Mit etwas mehr als einem Jahr erreichen Springtamarine bereits die Geschlechtsreife.
Die Nahrung der Springtamarine besteht hauptsächlich aus verschiedenen Früchten und Insekten, beispielsweise Schmetterlingen und Gespenstschrecken. Zusätzlich fressen sie Pilze und ernähren sich von nährstoffreichen Baumsäften. Im Zoo bekommen sie hauptsächlich Gemüse und einen hohen Anteil an lebenden Insekten, um den Springtamarinen das Jagen zu ermöglichen. Obst bekommen sie nur in sehr geringen Maßen, da in dem industriell angebauten Obst der Zuckeranteil zu hoch ist. Um die Nahrungssuche für die Tiere spannend und abwechslungsreich zu gestalten, verstecken die Tierpfleger das Futter, machen Eisbomben oder denken sich andere Methoden aus.
In ihrem Verbreitungsgebiet sind Springtamarine stark gefährdet. Um das langfristige Überleben der Art zu sichern, arbeiten Zoos im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms zusammen. Springtamarine leben in Gruppen von etwa zwei bis zwölf Tieren, dabei bewohnen sie häufig große Streifgebiete von über 100 Hektar. Ihr Tag beginnt mit dem Sonnenaufgang, während sie sich am späten Nachmittag zu ihren Schlafplätzen zurückziehen. Diese befinden sich meist an geschützten Stellen im dichten Geäst oder zwischen zahlreichen Lianen.
„Kaltes Wetter mögen die Springtamarine nicht so gerne. Wer sie in Aktion sehen will, sollte jetzt noch während der warmen Jahreszeit kommen, da klettern und springen die Springtamarine am ehesten im Gehege rum“, lacht Tierpflegerin Lena Weeser. Für den Winter haben die Springtamarine allerdings Rotlichtlampen auf der Außenanlage installiert, damit sie an den kalten Tagen auch die Möglichkeit haben, raus zu gehen.“