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Stadt Neuwied:Detailseite

Die Wahrzeichen der Stadt im Abendlicht: Der Pegelturm und die Rheinbrücke stehen unverkennbar für Neuwied.

Auf den Spuren seiner Vorfahren: Pensionierter US-Polizist reist aus Kalifornien nach Neuwied

Erstellt von Pressebüro  Gesellschaftliches

Fast 300 Jahre nach der Auswanderung seiner Vorfahren hat Brian Tremper den Ort besucht, an dem die Geschichte seiner Familie in Amerika begann: Neuwied. Der pensionierte Sergeant des Oakland Police Departments in Kalifornien wurde jetzt von Oberbürgermeister Jan Einig im Neuwieder Rathaus empfangen.

Tremper war nach Deutschland gereist, um den Wurzeln seiner Familie nachzugehen. Seine Nachforschungen führten ihn direkt in die heutige Engerser Straße. Dort lebte nach aktuellen Forschungsergebnissen sein Vor-Vor-Vorfahre Johann Jacob Trömper gemeinsam mit seiner Frau Christina, geborene Welcker, und Sohn Johann Jacob junior. Die Familie soll Neuwied vermutlich im Jahr 1726 verlassen haben. Die Reise in die Neue Welt führte damals über Rotterdam und England bis nach New York.

Möglich wurde die Spurensuche auch durch die Unterstützung von Sven Thienemann aus Engers. Der pensionierte Polizeibeamte gehört wie Tremper der „International Police Association“ (IPA) an, dem weltweit größten Berufsverband von Polizeibediensteten. Unter dem Motto „Servo per Amikeco“ – „Dienen durch Freundschaft“ – bringt die Organisation Polizisten aus aller Welt zusammen. Aus dieser Verbindung entwickelte sich schließlich auch der Kontakt nach Neuwied.

Gemeinsam mit der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde und dem Fürstlich Wiedischen Archiv unterstützte Thienemann die aufwendige Recherche zur Familiengeschichte der Trempers. Verifiziert wurden die Ergebnisse durch den Genealogen Otmar Rüdig.

Die Archivfunde zeichnen ein erstaunlich genaues Bild: Demnach kam die Familie Trömper um 1695 nach Neuwied. In einer Steuerliste aus dem Jahr 1715 ist Johann Jacob Trömper senior als Bewohner der damaligen „Engerscher Gasse“ (heute: Engerser Straße) verzeichnet, wo er sechs Florin Grundzins zahlte. Sein Sohn Johann Jacob junior wurde am 26. März 1715 in Neuwied geboren und wenige Tage später in der evangelisch-reformierten Gemeinde am heutigen Standort der Marktkirche getauft. Fast drei Jahrhunderte später selbst durch die Straßen zu gehen, in denen seine Familie einst lebte, war für Tremper sogar bewegender, als er vorher dachte. „Es macht etwas mit Dir“, berichtete er.  

Beim Empfang im Rathaus entwickelte sich ein sehr freundliches und harmonisches Gespräch zwischen Brian Tremper, Oberbürgermeister Jan Einig und Sven Thienemann sowie dessen Tochter Luisa, das zum Abschluss auch auf das Dach des Verwaltungshochhauses führte - für den besten Blick über die Stadt. „Solche Geschichten machen Stadtgeschichte lebendig“, sagt Jan Einig. „Es ist beeindruckend, wenn jemand nach so vielen Generationen den Weg zurück nach Neuwied findet und sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln macht.“

Gruppenfoto mit drei erwachsenen Männern und einem Mädchen vor einem Bild vom Neuwieder Pegelturm.
Den ehemalige US-Polizisten Brian Tremper (m.) führte die Suche nach seinen familiären Wurzeln, auf der er vom pensionierten Engerser Polizeibeamten Sven Thienemann (r.) unterstützt wurde, nach Neuwied. Hier wurde er von Oberbürgermeister Jan Einig (l.) empfangen.