Lebensläufe von Frauen unterscheiden sich häufig von denen der Männer. Das gilt einmal mehr für Frauen, die aufgrund von Erziehungs- oder Pflegezeiten erst später oder in Teilzeit ins Berufsleben starten können. Auch für Frauen, die aus einem anderen Land kommen, ist der Einstieg ins Berufsleben in Deutschland mit Herausforderungen verbunden. Hinzu kommen die Wechselfälle des Lebens wie etwa Krankheit oder die Trennung vom Lebenspartner.
Fürstin Isabelle zu Wied betonte in Ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung des großen Potenzials der Frauen. Allein durch ihre jeweilige Lebenserfahrung bringen sie sehr viel für den Job mit. Frauen sollten sich daher nicht "unter Wert“ verkaufen. Sie ermutigte die Teilnehmerinnen, die Veranstaltung als Chance zu nutzen, sich umfassend zu informieren und offene Fragen zu klären.
Für die verschiedenen Lebenssituationen der Frauen präsentierten Institutionen und Fachdienste ihre passgenauen Angebote und informierten über Möglichkeiten zur beruflicher Qualifizierung, Pflege, Gesundheit, dem Thema Berufseinstieg, Unterstützungsleistungen und vielem mehr. Bewährte Services der Veranstaltung sind der Bewerbungsmappen-Check durch Fachkräfte der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter, sowie das professionelle Erstellen eines aussagekräftigen Bewerbungsfotos.
Praxisorientiert gab es zudem in diesem Jahr einen Workshop mit dem bezeichnenden Titel „Berufswege dürfen Kurven haben!“. Daniela Schick, Sozialpädagogin und Motivationscoach, vermittelte stärkenorientiert, welche Skills zu einem erfolgreichen Berufsweg beitragen und ermutigte die Teilnehmerinnen, die eigenen Fähigkeiten zu sehen und zu nutzen.
Dass Frauen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollen, spielt sicherlich auch in Zeiten des Fachkräftemangels eine Rolle, aber für die Gleichstellungsbeauftragte des Kreis Neuwied, Daniela Kiefer, greift das zu kurz: „Wichtig ist auch die individuelle Bedeutung für die Frau. Dazu gehört finanzielle Unabhängigkeit und Absicherung durch einen gut bezahlten Job!“ Stefanie Stavenhagen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuwied ergänzt, dass es zudem auf passende Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ankomme.
Die regionalen Angebote im Bereich Kinderbetreuung sowie ein Überblick über möglicher finanzielle Hilfen spielten daher ebenfalls eine Rolle beim Fraueninfotag.
Unter den Gästen befanden sich auch Jan Einig, Oberbürgermeister der Stadt Neuwied, Theo Krayer, Geschäftsführer des Jobcenters sowie Dieter Knopp, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald. Sie lobten die Bedeutung des Frauen-Infotags als niedrigschwelliges, zielführendes Angebot.
Zu den Organisatorinnen der Veranstaltung gehört auch Jennifer Welker, die als Leiterin des Mehrgenerationenhauses den passenden Rahmen für die Veranstaltung bot. Durch die vielfältigen hauseigenen Angebote ist sie nah dran und kennt den Bedarf der Frauen, seien es Alleinerziehende oder Migrantinnen.
Die Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit, Friederike Henrichsen und ihre Kollegin des Jobcenters, Claudia Simonis-Schultheiß, zeigten sich zufrieden: „Wir haben heute über 100 interessierte Frauen erreichen können. Es ist wichtig, dass Frauen ihren Berufsweg aktiv und ihren Fähigkeiten entsprechend gestalten. Unter Berücksichtigung der individuellen Lebensrealitäten können sie von den hier ausstellenden Institutionen vielfältig unterstützt und begleitet werden. Unser Ziel ist es, Orientierung zu geben, Perspektiven aufzuzeigen und Mut für die nächsten beruflichen Schritte zu machen.“