Konzept & Entwicklung
Das steckt hinter dem Quartier Südöstliche Innenstadt
Grundlage für das Quartier Südöstliche Innenstadt ist das Bund-Länderprogramm “Soziale Stadt”. Dieses Förderprogramm zielt auf die Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse der Menschen vor Ort. Dabei geht es sowohl um städtebauliche Aspekte und Baumaßnahmen – zum Beispiel die Sanierung von Wohnungsbestand – als auch um die Verbesserung der Sozialstrukturen im gesamten Wohngebiet, dem “Quartier”.
Für die Südöstliche Innenstadt wurde deshalb 2008 ein Integriertes Handlungskonzept erstellt und im Jahr 2016 fortgeschrieben.
Das Städtebauförderungsprojekt in Neuwied besteht aus den zwei Schwerpunkten: dem Quartiermanagement (sozial-integrativ) und diversen Maßnahmen zur städtebaulichen Entwicklung (baulich-investiv).
Integriertes Handlungskonzept
Das vom Institut für Stadtforschung Koblenz (ISKO) erstellte integrierte Handlungskonzept besteht aus Bestandsaufnahme und -analyse (Teil I) sowie aus Handlungsfeldern und Projekten (Teil II).
Alle von den beteiligten Akteuren in den Workshops genannten Projekte und Maßnahmen (bereits laufende sowie neue) wurden mit Prioritäten versehen und in einem Projekttableau zusammengestellt.
Nach rund sieben Jahren gab es 2016 die Fortschreibung des Konzeptes. Dabei standen folgende Fragen im Vordergrund:
- Wie hat sich das Gebiet in dieser Zeit entwickelt?
- Sind die Ziele noch die gleichen wie 2008?
- Welche neuen Projektideen gibt es?
Das Ergebnis ist eine Aktualisierung des Handlungskonzeptes von 2008 und damit der Wegweiser für zukünftige Förderungen.
Zum Nachlesen:
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger
Die Beteiligung und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils ist fester Bestandteil für die Entwicklung der Südöstlichen Innenstadt. Wichtige Schnittstelle ist dabei das Quartiermanagement.
Gemeinsam mit Bewohnenden des Viertels wurden verschiedene Projektgruppen initiiert. Diese entwickelten nicht nur zu relevanten Themen des Stadtteils Ideen, sondern setzen diese auch seitdem praktisch um. So wurden beispielsweise durch die Projektgruppe “Stadtteilverschönerung” mehrere Sitzbänke für Passanten im Stadtteil aufgestellt. Aber auch bei der Planung städtebaulicher Maßnahmen, wie der Neugestaltung der Goethe-Anlagen oder bei der Baumauswahl im Rheintalweg wurden die Bürgerinnen und Bürger konkret mit einbezogen.
Gemeinsam für mehr Lebensqualität
Dieses Partizipationsprinzip ist enorm wichtig für das soziale und gemeinschaftliche Miteinander im Stadtteil. Denn zu einem lebenswerten Wohnumfeld gehört es auch, seine Nachbarschaft zu kennen. Mit Nachbarschaftshilfe, Projekten und Festen in der Südöstlichen Innenstadt wird deshalb eine lebendige Nachbarschaft gefördert. Und auch hier kommt es wieder auf das Engagement und die Unterstützung durch die Bewohnerinnen und Bewohner an, um sich gemeinsam für den Stadtteil einzusetzen und sich gegenseitig besser kennenzulernen. Extra eingerichtet wurde hierfür auch der Stadtteiltreff. Als Treffpunkt und Veranstaltungsort steht er für Nachbarschaftsinitiativen und Gruppenaktivitäten zur Verfügung. Denn mit ihren Veranstaltungen von Bürgern für Bürgern prägen sie den Stadtteil und tragen die Aktionen des Quartiermanagements mit.
Die Vernetzung aller Aktiven vor Ort – darunter die sozialen Einrichtungen und Vereine – und die Zusammenarbeit bei Veranstaltungen und Projekten ist ein weiterer Baustein, um den Zusammenhalt im Stadtteil zu stärken.
Städtebauliche Entwicklung
Neben den Menschen, die in der Südöstliche Innenstadt leben, spielt natürlich auch die städtebauliche Seite eine Rolle in der Entwicklung der Sozialen Stadt. Seit Projektbeginn hat sich einiges in dem Viertel rund um die Rheinbrücke getan. Denn die Neugestaltung der Goethe-Anlagen war nur der Auftakt für die städtebauliche Entwicklung des Quartiers Südöstliche Innenstadt.
Abgeschlossenes:
Begrünung Friedrichstraße
53.000 Euro nahm die Stadtverwaltung in die Hand, um den zwischen Engerser Straße und Kirchstraße gelegenen Teil der Friedrichstraße zu begrünen. Er bot wegen ausreichend vorhandener Flächen die idealen Voraussetzungen dafür.
Das Aufwerten des Wohnumfelds und das Erhöhen der Aufenthaltsqualität in der Friedrichstraße war als neues Projekt in das integrierte Handlungskonzept von 2016 aufgenommen worden. Die Initiative “Netzwerk Innenstadt”, die sich für ein besseres Vernetzen von Grün- und Freiflächen mittels Begrünen von Straßen einsetzt, unterstützt das Projekt ausdrücklich.
Umbau Langendorfer Straße
Von der Kreuzung Langendorfer Straße/Friedrichstraße bis hin zum Carmen-Silva-Garten ist es deutlich grüner und für Radfahrer deutlich sicherer geworden. Knapp 50.000 Euro ließ sich die Stadtverwaltung die Umgestaltung kosten.
Das Netzwerk Innenstadt hatte ein Projekt zur Stärkung und Aufwertung der Innenstadt mittels Begrünung, unter anderem entlang der Langendorfer Straße, entwickelt. Dieses Projekt wurde in die Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts für das Soziale-Stadt-Quartier Südöstliche Innenstadt aufgenommen und erhielt eine städtebauliche Förderung in Höhe von 90 Prozent.
An 13 Standorten der Langendorfer Straße im Bereich vom Kreisverkehr am Carmen-Sylva-Garten bis zur Pfarrstraße wurden insgesamt 20 Leuchtköpfe erneuert.
Der Rheintalweg erstrahlt, nach gut einem Jahr Baustelle in neuem Gewand. Im Abschnitt von der Damm- bis zur Germaniastraße wurden Fahrbahn und Gehwege grundlegend erneuert, indem der vorhandene Aufbau abgetragen, neu hergestellt und Versorgungsleitungen teilweise neu verlegt wurden.
Neben der Anlage von 15 Pkw-Stellplätzen und 13 Baumbeeten beleuchten nun Lampen mit neuer LED-Technik die Straße. Die gepflasterten Gehwege wurden in den Kreuzungsbereichen abgesenkt, sodass diese gut mit Rollstühlen und Kinderwagen genutzt werden können. Ein Blindenleitsystem wurde ebenfalls integriert.
Details zur Maßnahme:
Die Maßnahme umfasste den Abschnitt zwischen "Dammstraße" und "Wilhelmstraße". Das Projekt sah neben der Neugestaltung der Straße auch eine Teilerneuerung von Ver- und Entsorgungsleitungen durch die Stadtwerke Neuwied GmbH und die Servicebetriebe Neuwied AöR vor.
Zentrales Element der Neugestaltung der Straße war neben der Erneuerung der dringend sanierungsbedürftigen Beläge von Fahrbahn und Gehwegen eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Dies erfolgte etwa durch Gehwege mit neuem Pflaster, durch Baumpflanzungen, Fahrradständer und eine neue Straßenbeleuchtung.
Details zur Maßnahme:
Neugestaltung des Areals unter der Rheinbrücke
Garten und Landschaftsbau
Beleuchtung
GSG beteiligt sich aktiv am Programm Soziale Stadt
Die Gemeindliche Siedlungs-Gesellschaft Neuwied (GSG) ist 2014 in das Stadtentwicklungsprogramm “Soziale Stadt” eingestiegen. Als erste konkrete Maßnahme wurden die zuvor gekauften, wenig ansehnlichen Gebäude Rheintalweg 14 und 16 abgerissen. Ihnen folgten moderne und barrierearme Neubauten, in die unter anderem die Kita “Rheintalwiese” und das Stadtteilbüro des Quartiermanagent einzogen. Weiterhin wurden die benachbarten Häuser Nr. 10 und 12 saniert.
Ausbau der Rheinstraße
Die Rheinstraße zwischen Pfarrstraße und Friedrichstraße erhielt – angelehnt an die Gestaltung der Pfarrstraße – eine neue Optik. Der rissige Asphalt mit Absackungen und Flickstellen ist einer gesamtheitlichen Pflasterbauweise gewichen.
Details zur Maßnahme:
Neugestaltung Goethe-Anlagen
Das Projekt Goethe-Anlagen zählt zu den ersten konkreten Maßnahmen im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt. Ganz entscheidend war die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger. So tauchte unter den Vorschlägen immer wieder das Thema Wasser auf. Zentraler Punkt der neuen Goethe-Anlagen wurde daher eine Fontäne in der Achse der Wilhelmstraße mit Sitzgelegenheiten, Pergolen, einem Trampolin für Kids und einem Band aus Sträuchern als natürlicher Rahmen.
Den Blick aufs Wasser im Rhein, aber auch auf die Goethe-Anlagen erlauben zwei Aussichts-Plattformen auf dem Deich und eine Reihe fest installierter drehbarer Sitze. Die flachere und längere Wegeführung erleichtert älteren Menschen den Aufstieg zum Deich. Daneben lädt ein vielfältig nutzbare Spielwiese vor allem die junge Generation ein. Entlang der Rheinstraße gibt's eine intensiv gestaltete Zone unter anderem mit einer Spiel- und Kletterwelt oder für alle, die es etwas ruhiger mögen, mit einer eine Boule-Fläche.
300.000 Euro hat die Stadt Neuwied für die Realisierung des Konzeptes veranschlagt. Etwa 70 Prozent davon werden vom Land bezuschusst. Läuft alles nach Plan, kann im Sommer die Fontäne in den Goethe-Anlagen sprudeln.
Sanierung Bootshaus
In direkter Nachbarschaft der Goethe-Anlagen steht das Bootshaus des Neuwieder Wassersportvereins. Gefördert durch das Städtebau-Förderungsprogramm Soziale Stadt wurde das Haus umfassend renoviert. Es erhielt ein neues Dach und einen neuen Anstrich.